Seine Bereitschaft, sich das Hemd vom muskulösen Oberkörper zu pellen, ist ungebrochen. Die Selbstverliebtheit allerdings, mit der Matthew McConaughey einst nur zu gern seine Trainingsergebnisse ausstellte, hat er größtenteils überwunden.

Schließlich wird der 49-Jährige, so irre seine Auftritte mitunter erscheinen, mittlerweile als ernstzunehmender Schauspieler wahrgenommen, der für seinen Auftritt in „Dallas Buyers Club“ 2014 sogar einen Oscar bekam. Und wenn er nun häufiger mal mit freiem Oberkörper durch Harmony Korines „Beach Bum“ läuft, macht das auch irgendwie Sinn.

Kichern und kiffen

Denn hier gibt er Moondog, einen freiheitsliebenden Poeten fortgeschrittenen Alters, der zum Rumhängen natürlich nicht zwingend ein Hemd braucht. Schon gar nicht, da er in Florida in den Tag hinein lebt, in Key West, wo ohnehin eine karibische Grundentspanntheit herrscht. Moondog kifft und kichert, hat Sex, angelt mit Oben-ohne-Frauen, trinkt viel, liest seine Gedichte, trifft andere schräge Gestalten.

Verheiratet ist er auch: mit der ziemlich reichen Minnie (Isla Fisher) aus Miami, die ihn liebt, ihm und sich selbst alle Freiheiten lässt und ihm alles verzeiht. Als sie bei einem Unfall stirbt, hinterlässt sie Moondog ihr Vermögen – unter einer Bedingung: Er muss endlich seinen Roman vollenden.

Odyssee der Durchgeknallten

Also sucht Moondog nach Inspiration und erlebt eine Odyssee mit durchgeknallten Gestalten, die Regisseur Korine mit bekannten Gesichtern besetzen konnte.

Die Hingabe zu Lüsten, Süchten und zum Rauschhaften ist die direkte Verbindung zu Korines vorherigen Filmen. Zwar ist „Beach Bum“ dabei nicht so wild und grell überstilisiert. Stattdessen übernimmt der Film Moondogs Lebenseinstellung und passt sich seinem lässigen Lebensrhythmus an.

Handlung? Fehlanzeige!

Die Bilder aus Florida schwitzen pastellige Farben, während sie eine gewisse Räudigkeit mit einer starken Musikauswahl verschmelzen. Jedes Bild birgt einen neuen visuellen Einfall, eine exzentrische Idee, einen schrägen Hingucker. Die Andeutung einer Handlung ist als freundliche Zugabe zu verstehen.

Sicher ist das mitunter substanzarm, gleitet in Albernheit ab und kann auch mal nerven. Aber nie so sehr, dass man die Lust verliert, dieser Odyssee zu folgen, die einen unangepassten Blick auf die (Un-)Wichtigkeit der Dinge wirft.