Auf den ersten Blick sind diese betagten Männer die Letzten, denen man einen aufsehenerregenden Diamantenraub zutrauen würde. Doch genau das ist einer Altgauner-Bande 2015 in London gelungen. „Ein letzter Job“ heißt jetzt der zweite Film, der nach dieser wahren Begebenheit innerhalb kurzer Zeit entstanden ist.

Sie wollen es nochmal wissen

Der britische Regisseur James Marsh, den man von dem Stephen-Hawking-Bio-Pic „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ kennt, konnte für dieses Vorhaben eine Besetzung gewinnen, die mit zum Besten gehört, was Großbritannien an älteren Schauspielrecken zu bieten hat: Jim Broadbent, Tom Courtenay, Ray Winstone, Michael Gambon spielen an der Seite des gaunererfahrenen Michael Caine, der als Brian Reader nach dem Tod seiner Frau ein paar alte Komplizen um sich versammelt. Trotz mancher Handicaps wollen es die nimmermüden Herren – allesamt erfahrene Räuber – noch ein letztes Mal wissen.

Während sich die zahnlosen Gagversuche und erwartbaren Anspielungen auf die Beschwerden des Alters durch den gesamten Film ziehen, zerfällt die Handlung in zwei Hälften. Ganz genrekonform geht es in der ersten um den Überfall selbst – um die Planung und die Durchführung. In der zweiten dann darum, was mit der Beute geschieht und wie die Polizei dem Tätergrüppchen auf den Fersen ist. Wer andere clevere Überfall-Filme vom Quatsch der „Olsenbande“ bis zur glamourösen „Ocean’s Eleven“-Reihe kennt, weiß wie viel Spaß es machen kann, ein markantes Ensemble bei der präzisen Planung und Umsetzung eines Überfalls zu beobachten. Doch hier will der Funke leider nicht recht überspringen.

Wie ein schlecht geplanter Überfall

Einen wirklichen Erzählfluss entwickelt die Gangsterposse kaum. Auch der Schwung bleibt bei dieser betulichen Angelegenheit vor allem Behauptung durch den Einsatz der Musik und der Verwechslung von ansatzweise hektischen Schnitten mit temporeicher Inszenierung. Fahrig und wenig unterhaltsam laviert „Ein letzter Job“ durch die Geschehnisse, ohne ein Gespür für prägnante Gaunertypen zu entwickeln. Selbst Caine und Co. können wenig retten. Kaum zu glauben, dass ein Film mit so vielen erfahrenen Schaupielgrößen so in den Sand gesetzt werden kann wie ein schlecht geplanter Überfall.

ABSPANN

Originaltitel: King of Thieves

Land: Großbritannien

Regie: James Marsh

Darsteller: Michael Caine, Jim Broadbent, Tom Courtenay

FSK: ab 12 Jahren

Länge: 107 Minuten

Fazit: Auch das britische Senioren-Starensemble kann den Überfallfilm nach einer wahren Begebenheit nicht retten