Bodecker & Neander sind längst kein Geheimtipp mehr. Die beiden Mimen, zwei Künstler der Stille, begeisterten schon mehrfach das Publikum im Lörracher Burghof mit ihren magischen Programmen, ihren wunderbar inszenierten Illusionen und ihrer artistischen Perfektion. Die beiden Pantomimen sind einfach Virtuosen ihres Fachs.

Gern erinnert man sich noch an „Monsieur Satie!“, ein musikalisches Theaterstück, in dem Alexander Neander und Wolfram von Bodecker den skurrilen französischen Komponisten Erik Satie aufleben ließen und ihm vom Äußeren fast zum Verwechseln ähnlich sahen. War dieses Programm mehr für musikalische Insider, so ist ihr neues, eher erzählerisches Bühnenstück „Hereingeschneit!“ mit Geschichten für die Gänsehaut etwas für die ganze Familie.

Aber wieder weltvergessen und verträumt agiert das Duo in einem magischen Bildertheater. Dieses Mal geht es um ein kleines Dorf in den Bergen, das total eingeschneit wird, und um dessen Bewohner, die in Einsamkeit vor sich hin leben. Was diese Dorfbewohner im Schlaf träumen, stellen Bodecker & Neander in sieben Episoden in ihrer unverwechselbaren Illusionskunst des visuellen Theaters dar.

Sie verkörpern verschiedene Figuren wie einen Holzfäller, einen Postboten, einen Dompteur, führen in Traumsequenzen, aber auch einmal in eine Alltagsparodie. Teils sind die Szenen anrührend und voller Poesie, teils humorvoll-witzig. Man merkt, dass die beiden wortlosen Profis aus der Schule des Altmeisters Marcel Marceau kommen. Sie waren seine Partner, sind mit ihm auf Welttour gegangen, bevor sie ihre eigene Compagnie gründeten. „Hereingeschneit“ ist ein winterliches Erzähltheater mit wechselnden Rollenspielen, untermalt mit einer Erzählerstimme aus dem Off, viel Musik, Geräuschen und raffinierter Lichtregie – eben wieder in der universellen Bühnensprache ihres mimischen Theaters.