Zu den Säulen, auf denen der enorme Erfolg der Firma Disney im Bereich Kino ruht, gehört neben den Superhelden von Marvel, den Abenteuern in den „Star Wars“-Galaxien und natürlich Animationsfilmen unterschiedlichster Ausprägungen auch der eigene Fundus. Seit geraumer Zeit schon werden beträchtliche Energien darauf verwendet, Zeichentrickklassiker als Realfilme wiederaufleben zu lassen.

Das ließ bei „The Jungle Book“ und „Die Schöne und das Biest“ die Kassen klingeln, bei „Dumbo“ fiel der Erfolg zuletzt deutlich geringer aus. Und nun geht es mit einem Remake des Zeichentrickfilms „Aladdin“ von 1992 weiter.

Schauspieler Will Smith (links, in „Aladdin“ als Dschinni zu sehen) und Regisseur Guy Ritchie bei der Premiere des Films in Los Angeles.
Schauspieler Will Smith (links, in „Aladdin“ als Dschinni zu sehen) und Regisseur Guy Ritchie bei der Premiere des Films in Los Angeles. | Bild: Jordan Strauss / Invision / AP / dpa

Für die Neuverfilmung wurde an der Handlung des Originals nicht grundlegend gerüttelt. Der Titelheld (Mena Massoud) zieht mit seinem Äffchen Abu als Taschendieb durch die Straßen von Agrabah, wo er Prinzessin Jasmin (Naomi Scott) begegnet. Die Tochter des Sultans hat sich unerkannt unters Volk gemischt und gibt sich als ihre eigene Dienerin aus.

Als es Aladdin gelingt, in den Palast einzudringen, um seine Angebetete wiederzusehen, zeigt sich davon nicht nur sie beeindruckt, sondern vor allem der zwielichtige Großwesir Dschafar (Marwan Kenzari), der händeringend nach einem derart cleveren jungen Mann sucht.

Drei Wünsche für Aladdin

Denn eine Prophezeiung sagt, dass nur ein „ungeschliffener Diamant“ jene Höhle betreten kann, in der die Wunderlampe zu finden ist, die Dschafar braucht, um seinen Plan von der Machtergreifung umzusetzen. Doch kaum hat Aladdin diese Lampe in der Hand, entschlüpft ihr auch schon der Dschinni (Will Smith) – und will ihm drei Wünsche erfüllen.

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Wie so oft bei Realverfilmungen kinderfreundlicher Zeichentrickklassiker verschiebt sich ein wenig der Tonfall. Das gilt auch für „Aladdin“, dessen Handlung trotz quietschbunter Farbpalette eine Ecke düsterer und vor allem frenetischer wirkt. Die Frage, wer das ideale Publikum ist, wird dadurch verschärft, dass die der Geschichte innewohnende Naivität sowie die zahlreichen Songs weit besser in einen Animationsfilm passen.

Dass „Aladdin“ am Ende trotzdem über weite Strecken Spaß macht, liegt weniger an Regisseur Guy Ritchie, der nach wie vor von Tempo mehr versteht als von leichtfüßigem Charme. Aber für Letzteren und eine gute Portion Humor sorgen die Schauspieler, allen voran Neuentdeckung Massoud in der Titelrolle, die Komikerin Nasim Pedrad als Zofe und natürlich Will Smith, der dem Dschinni seinen ganz eigenen Stempel aufdrückt.