Zwischen den Konzerten kann man sie laufen sehen – die Musiktage-Besucher mit ihren blauen Programmbüchern. Dann schwärmen sie aus zur Klangkunst, die ein fester Bestandteil der Donaueschinger Musiktage ist. Hier ist alles möglich, was nicht explizit Konzert ist: Mischungen aus Klang und Bildender Kunst, Perfomances, Videoinstallationen oder auch mal, wie in diesem Jahr, das Flüchtlingsradio in der Donaueschinger Erstaufnahmestelle.

Die Spielstätten wechseln. Für Klangkunst eignet sich von der Hofbibliothek über den Souvenirladen bis zur Donauquelle im Park alles. Und weil in Donaueschingen tatsächlich schon gefühlt jeder Winkel irgendwann mal irgendwie installativ bespielt worden ist, sind echte Überraschungen selten geworden.

Originelle Arbeiten gibt es trotzdem immer wieder. So etwa die Isolationskabine von Yutaka Makino, eine Art psychophysikalisches Experiment, an dem jeweils immer nur ein Besucher teilnehmen kann. Dazu nimmt man auf einer Liege Platz, zieht Kopfhörer und Brille auf und wird mit Klängen, Vibrationen und verschiedenfarbigen Lichtern bespielt, die die Wahrnehmung irritieren. Vorab allerdings muss man unterschreiben, nicht an diversen Phobien, Asthma oder Panikattacken zu leiden. Das treibt die Erwartung derart in die Höhe, dass das Ergebnis vergleichsweise unspektakulär wirkt.

In der Regel sind Klanginstallationen für einen ganz bestimmten Spielort entwickelt. So auch die geheimnisvolle Klangplastik "Ma Un Ma", für die Johannes S. Sistermanns 500 Meter durchsichtige Stretchfolie durch die Räume des Anton-Mall-Stadios gespannt und mit blauem Licht beleuchtet hat. Auf der Folie sind zahllose Membrane angebracht, die Sistermanns mit Klang bespielt. Die Membrane übertragen die Schwingungen auf die Folie und machen sie so hörbar, so dass der Besucher wie durch einem begehbares Instrument wandelt. (esd)