Banksys Graffiti-Ratten haben es schwer

2012 wurden die berühmten Banky-Ratten in Melbourne bei Renovierungsarbeiten zerstört.
2012 wurden die berühmten Banky-Ratten in Melbourne bei Renovierungsarbeiten zerstört. | Bild: Julian Smith/EPA/dpa

Die Werke des berühmten Straßenkünstlers Banksy hat es gleich mehrere Male getroffen: Bei einer Säuberungsoffensive im Jahr 2005 übermalten Mitarbeiter der australischen Stadt Melbourne versehentlich ein Bild des Graffiti-Künstlers. Rund drei Jahre zuvor hatte es bereits ein Banksy-Werk im britischen Bristol erwischt. Besonders bekannt ist das medienscheue Phantom aus der Kunstszene für seine Ratten im Schablonenstil. Diese fielen in Melbourne jedoch immer wieder eifrigen Bauarbeitern zum Opfer – so wurden in den Jahren 2012, 2013 und 2016 Banksy-Ratten übermalt oder bei Straßenarbeiten zerstört.

 

Putzfrau hält Kunstwerk von Romana Menze-Kuhn für Dreck

Das Kunstobjekt «Behausung 6/2016» der Künstlerin Romana Menze-Kuhn. Eine Reinigungskraft hatte versehentlich Teile der Rettungsfolie, die ursprünglich auf dem Boden lagen, in einen Mülleimer geworfen.
Das Kunstobjekt «Behausung 6/2016» der Künstlerin Romana Menze-Kuhn. Eine Reinigungskraft hatte versehentlich Teile der Rettungsfolie, die ursprünglich auf dem Boden lagen, in einen Mülleimer geworfen. | Bild: Uwe Anspach/dpa

Im Jahr 2016 kam es in der Mannheimer Philippuskirche zu einem folgenschweren Missverständnis: Eine Putzfrau hielt das Werk „Behausung 6/16“ von Romana Menze-Kuhn für Dreck und warf Teile davon einfach in den Müll. Die Installation bestand aus bizarr gefalteten, goldfarbenen Rettungsfolien und lag auf dem Boden der Kirche – als Sinnbild für Menschen in Not auf der Suche nach einer Unterkunft. Letztlich nutzte die Künstlerin den Zwischenfall und baute die Mülltonne, in die ihre Kunst geworfen worden war, einfach mit in das Werk ein.

 

Stadt Frankfurt verbrennt vermeintlichen Sperrmüll

Die Stadt Frankfurt hat im Jahr 2005 ein Werk des Künstlers Michael Beutler als vermeintlichen Sperrmüll verbrannt.
Die Stadt Frankfurt hat im Jahr 2005 ein Werk des Künstlers Michael Beutler als vermeintlichen Sperrmüll verbrannt. | Bild: Werner Baum dpa/lhe

Im Jahr 2005 hielt die Stadt Frankfurt ein Werk des Künstlers Michael Beutler für wild abgestellten Sperrmüll und verbrannte es. Der von der damaligen Oberbürgermeisterin Petra Roth persönlich bestellte Leiter der Stabsstelle „Sauberes Frankfurt“, Peter Postleb, übernahm die volle Verantwortung. Er sagte damals, er habe die gelben Plastikteile der Skulptur für Müll gehalten und deshalb ihren Abtransport veranlasst.

 

Kuli-Kritzelei in Kreuzworträtsel-Kunstwerk

Die Collage des verstorbenen Fluxus-Künstlers Arthur Köpcke, "Reading/Work-Pieces (a und B)" aus dem Jahre 1965. Eine Rentnerin hat im Juli 2016 mit einem Kugelschreiber das auf dem Werk vorhande Kreuzworträtsel im Museum ausgefüllt.
Die Collage des verstorbenen Fluxus-Künstlers Arthur Köpcke, "Reading/Work-Pieces (a und B)" aus dem Jahre 1965. Eine Rentnerin hat im Juli 2016 mit einem Kugelschreiber das auf dem Werk vorhande Kreuzworträtsel im Museum ausgefüllt. | Bild: Daniel Karmann/dpa

Eine Rentnerin hat im Jahr 2016 in einem Nürnberger Museum für einen Eklat gesorgt: Sie hatte mit einem Kugelschreiber Buchstaben in ein Kreuzworträtsel eingefügt, das zu einer Collage des Künstlers Arthur Köpcke gehört. Die 90-Jährige hatte Glück: Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren wegen „gemeinschädlicher Sachbeschädigung“ schließlich ein und das Kunstwerk konnte mit Lösungsmitteln gereinigt werden.

 

Zersägte Skulptur landete vor Gericht

Der Künstler Babis Panagiotidis hält in seinem Atelier in Nürnberg ein Poster seiner überlebensgroßen Pferde-Skulptur «Hedon is (my) Trojaner».
Der Künstler Babis Panagiotidis hält in seinem Atelier in Nürnberg ein Poster seiner überlebensgroßen Pferde-Skulptur «Hedon is (my) Trojaner». | Bild: Daniel Karmann/dpa

Die aus Computertasten und Kabeln hergestellte lebensgroße Pferdeskulptur „Hedon is (my) Trojaner“ von Babis Panagiotidis stand bei einem Freund in der Garage – bis für diese die Miete nicht mehr gezahlt wurde. Ohne offizielle Erlaubnis ließ der Rentner seinen Sohn die Skulptur zersägen, um sie besser entsorgen zu können. Der Fall landete vor Gericht, und der Künstler erhielt Schadensersatz für das zerstörte Kunstwerk.

 

Badewannenkunst als Spülbecken missbraucht

Bereits 1973 wurde ein Kunstwerk von Joseph Beuys zerstört. Neben der "Fettecke" erwischte es auch die „Badewanne“, eine mit Fett, Mullbinden und Pflastern gefüllte Badewanne. 1973 entdeckten zwei weibliche Mitglieder des Leverkusener Ortvereins der SPD in Schloss Morsbroich bei einer Feier das Kunstwerk in einer Abstellkammer. Kurzerhand machten sie die vermeintlich dreckige Badewanne sauber, um in ihr Gläser zu spülen.

 

Putzfrau entsorgt Kunstwerk als Müll

Dass Kunstwerke manchmal als solche gekennzeichnet werden sollten, zeigte die Zerstörung eines Kunstwerks von Gustav Metzger. In 2004 warf eine Putzfrau in der Londoner Nationalgalerie Tate Britain einen durchsichtigen Plastiksack gefüllt mit Zeitungen und Pappe, welcher vor einem abstrakten Gemälde stand, in den Müll. Dass der Sack ein Teil des Kunstwerks war, übersah die Putzfrau. Kuratoren entdeckten das Versehen, und am Ende erstellte Metzger eine neue Version seines Kunstwerks.

 

Amateur-Restauration schlägt fehl

Sie hatte es nur gut gemeint: Eine Rentnerin in Spanien übermalte das alte Jesus-Fresko an einer Kirchenwand in Eigenregie. Das Ergebnis (rechts) sorgte international für Schlagzeilen.
Sie hatte es nur gut gemeint: Eine Rentnerin in Spanien übermalte das alte Jesus-Fresko an einer Kirchenwand in Eigenregie. Das Ergebnis (rechts) sorgte international für Schlagzeilen. | Bild: EPA/CENTRO DE ESTUDIOS BORJANOS/dpa

Gut gemeint hatte es eine Rentnerin im Jahr 2012 in Borja, Spanien. In Eigenarbeit wollte sie ein altes Jesus-Fresko restaurieren und übermalte ohne Erlaubnis die beschädigte Wandmalerei „Ecce Homo“. Nach der misslungenen Restauration war die Malerei nicht wiederzuerkennen. Sie erregte so weltweit Aufmerksamkeit und lockte am Ende Touristen in die spanische Kleinstadt.