Die Südwestdeutsche Philharmonie gestaltet in großen Teilen das Klassik-Angebot in Konstanz. Sie spielt Orchesterkonzerte, und mehrere Kammermusikformationen, die sich aus dem Orchester herausgebildet haben, bieten ebenfalls ein abwechslungsreiches Programm an. Bis vor wenigen Jahren gab es für Kammermusik-Feinschmecker außerdem noch die Reihe der „Solistenkonzerte“. Doch deren Leiter Dietrich Winkelmann hat sie aus Altersgründen aufgegeben.

In diese Lücke stößt nun ein neuer Verein. Er nennt sich „Klassik Konstanz“ und möchte eine Kammermusikreihe in Konstanz etablieren. Allerdings tritt er nicht direkt als Veranstalter auf, sondern als Organisationsteam hinter dem eigentlichen künstlerischen Leiter, Eldar Saparayev. Er ist vielen auch als Solo-Cellist der Südwestdeutschen Philharmonie bekannt.

Der ehrgeizige Cellist will seine persönlichen Kontakte in die internationale Musikszene nutzen, um Musiker und Kammermusikformationen nach Konstanz zu holen. Das Prinzip ist das des Austauschs: Spielst du bei mir mit, spiele ich im Gegenzug bei dir. Das hält die Gagen gering und könnte qualitativ hochwertige Konzerte ohne den Umweg über teure Agenturen ermöglichen. Denn über ein nennenswertes Budget verfügt der Verein bislang noch nicht, auch wenn er mit dem Kulturamt der Stadt kooperiert. Im Gegenteil investiert Saparayev bislang auch eigenes Kapital in die Reihe. Dass er damit auch die eigene Solokarriere vorantreiben möchte, versteht sich.

Im vergangenen Jahr startete Saparayev seine Reihe recht spektakulär mit einem Duo-Konzert der Pianistin Elena Bashkirova und des Geigers Michael Barenboim, seinerseits Sohn des Dirigenten Daniel Barenboim. Es folgten weitere Konzerte und im Herbst dann die Vereinsgründung.

Nun geht es mit weiteren Terminen und Plänen ins neue Jahr. Am 18. Januar, 19.30 Uhr, gastiert das „Stradivari Ensemble“ mit Streichquintetten von Mozart und Johannes Brahms im Konstanzer Inselhotel. Das Ensemble, das 2006 vom Violinisten und Dirigenten Michail Rappaport gegründet wurde und bei dem auch Saparayev mitspielt, musiziert auf Original-Instrumenten von Antonio Stradivari, Nicola Amati oder Giuseppe Guarneri del Gesu. Nach dem Konzert gibt es daher noch eine Einführung, in der die Instrumente einzeln vorgestellt werden.

Eine weitere Besonderheit bietet die neue Reihe: Sie präsentiert in einem Kindersurprise als zusätzlichem Programmpunkt immer noch ein hochbegabtes Kind oder einen Jugendlichen. Am 18. Januar wird das die blinde koreanische Geigerin Jisun Kim sein.

Tickets (43/33 Euro) für das Konzert am 18. Januar im Inselhotel gibt es bei BuchKultur Opitz (Tel. 07531 24171) oder über http://www.reservix.de. Infos: http://www.klassikkonstanz.de