Eine Flutwelle reißt alles mit sich. Boote taumeln wie Papierschiffchen durch die Wogen. Brücken, Wege, ganze Häuser können der zerstörerischen Kraft nichts entgegensetzen. Ja, es sieht so aus, als würde in Venedig die Katastrophe passieren, die schon lange prophezeit wird: dass eines der Kreuzfahrtschiffe bei einem Unfall Teile der Stadt zerstört.

Gefahr von Mexiko bis Marokko

In „Spider-Man: Far From Home“ handelt es sich allerdings um ein Wassermonster, das die Lagunenstadt in Aufruhr versetzt und superheldische Gegenwehr erfordert. Nicht nur Jake Gyllenhaal als Marvel-Neuzugang Mysterio ist dabei zur Stelle. Auch der junge Spider-Man (Tom Holland) wird von Nick Fury (Samuel L. Jackson), dem Anführer der Avengers, gebeten, die Welt gegen die sogenannten „Elementals“ zu verteidigen. Die speisen sich aus den Elementen und bedrohen unterschiedliche Orte von Mexiko bis Marokko.

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Obwohl sich der Titel nur auf Spider-Man bezieht, wird dessen neues Abenteuer so von Anfang an als ein Puzzleteil des ausufernden Marvel-Comic-Universums angelegt und mit den Avengers-Filmen verschränkt. „Spider-Man: Far From Home“ spielt in einer Welt, die noch die Ereignisse des Blockbusters „Avengers: Endgame“ und das Wüten von Bösewicht Thanos zu verkraften hat.

Ein Held, nach dem alle dürsten

Gleich zu Anfang sieht man, wie Nick Stark betrauert wird – der „Iron Man“, der wie andere Marvel-Größen auch in „Endgame“ das Zeitliche gesegnet hat. Er ist ein Held, nach dem die Menschheit in dieser schwierigen Situation dürstet. Einer, der nur schwer zu ersetzen sein wird. Peter Parker, so Spider-Mans eigentlicher Name, sieht sich nicht in der Rolle. Iron Mans High-Tech-Brille, die er von Fury als möglicher Nachfolger überreicht bekommt, gibt er lieber an Mysterio weiter. Überhaupt will er am liebsten ein normaler Teenager sein und geht mit seiner Schulklasse auf Reisen durch ein bisweilen klischeespielerisch überzeichnetes Europa: mit Zwischenstopps in Venedig, Prag, Berlin, Holland und London.

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Das persönliche Drama um große Verantwortung, das dem Spinnenmann in die DNA geschrieben ist, wird nicht erneut variiert. Von der mehrfach durchgekauten Urgeschichte ist „Far From Home“ angenehm weit entfernt.

Charme bleibt auf der Strecke

Während Regisseur Jon Watts nicht immer erfolgreich versucht, die konträren Erzählstränge zwischen Klassenfahrt und Weltenrettung zusammenzubringen, bleibt der Charme etwas auf der Strecke. Den selbstironischen Humor, der einige vorherige Adaptionen der Comics auszeichnete, gibt es zwar, er zündet aber nicht immer.

ABSPANN

Land: USA

Regie: Jon Watts

Darsteller: Tom Holland, Jake Gyllenhaal, Zendaya

Länge: 129 Minuten

FSK: ab 12 Jahren