„Nur wenn Meryl Streep wieder mit dabei ist!“ So lautete die Bedingung für einen zweiten Teil des Musical-Welthits „Mamma Mia!“, das geben dieser Tage von der Produzentin bis zu den übrigen Darstellern fast alle zu Protokoll, die nun zehn Jahre später in der Fortsetzung wieder mit von der Partie sind. Tatsächlich dauert es in „Mamma Mia! Here We Go Again“ nun allerdings ziemlich lange, bis Streep tatsächlich auftaucht. Denn, so viel Ernüchterung sollte vorweggenommen werden, ist die von ihr gespielte Donna dieses Mal schon verstorben.

Ohne die Latzhosen tragende Protagonistin muss allerdings auch der neue Film nicht auskommen. Denn während Tochter Sophie (Amanda Seyfried) vor der Wiedereröffnung des Hotels auf der Insel Kalokairi und womöglich dem Ende ihrer Ehe mit Sky (Dominic Cooper) steht, springt Regisseur Ol Parker immer wieder zurück in die Vergangenheit. Und so erlebt der Zuschauer auch, wie die junge Donna (Lily James) damals nach dem Studium innerhalb kürzester Zeit die drei potenziellen Väter ihrer späteren Tochter kennen lernt und in Griechenland landet.

Die Verknüpfung dieser beiden Zeitebenen gelingt nur bedingt. Überhaupt ist „Mamma Mia! Here We Go Again“ eine zweischneidige Angelegenheit: Die Gags sind treffsicherer als im ersten Teil, doch der unbedarfte Charme ist meist verflogen. Außerdem ist die Künstlichkeit noch bedenklich dicker aufgetragen als 2008, was von Kulissen, Ausstattung und Beleuchtung bis zu der Tatsache reicht, dass Donna und ihre beiden besten Freundinnen in 40 Jahren scheinbar nie die Frisur gewechselt haben.

Und dann sind da natürlich die wieder nur aus ABBA-Songs bestehenden Musicalnummern. Wer nicht Hardcore-Fan des schwedischen Quartetts ist, dürfte etliche Songs noch nie gehört haben. Einige Nummern – etwa „Dancing Queen“ oder natürlich der Titelsong – werden derweil einfach noch einmal verwendet.

Je weiter allerdings die latente Melancholie des Plots in den Hintergrund tritt und je mehr die Songs ihr immer noch beträchtliches Ohrwurmpotenzial entfalten, desto mehr findet „Mamma Mia! Here We Go Again“ doch wieder zu jener erfrischend-mitreißenden Albernheit, nach der man sich heutzutage noch dringender sehnt. Spätestens wenn am im letzten Drittel nicht nur Streep, sondern vor allem Cher (augenzwinkernd als Großmutter fernab jeglicher Authentizität in Szene gesetzt) auftritt und „Fernando“ zum Besten gibt, dürfte es kein Halten mehr geben.

Abspann

Regie: Ol Parker

Darsteller: Amanda Seyfried, Lily James, Christine Baraski

Länge: 114 Minuten

FSK: ab 6 Jahre

Fazit: Musical-Fortsetzung, die immer noch viel Spaß macht.