Als Kind fiel einem das alles in den Hörspielen und Büchern gar nicht auf. Da nahm man einfach hin, wie rückständig die Rollenbilder, wie moralisch die Erzählung und wie schlimm die Stereotype eigentlich waren, mit denen die Krimi-Geschichten der jugendlichen TKKG-Bande erzählt wurden.

Kramt man die alten Hörspielkassetten aber noch einmal raus, sieht das anders aus: mit dem hageren, computerklugen Karl mit der Nickelbrille, der immer gleich alle Fakten parat hat, dem ewig tollpatschigen Schokoladenvertilger Klößchen und dem sportlichen Alleswisser Tim, der seine Freundin Gabi immer dann nach Hause schickt, wenn die Situation mal ein bisschen brenzliger und spannender wird.

Alles auf Anfang

Für die Filmversion war es daher höchste Zeit, die Verbrecherjagd der Jugendbande zu modernisieren. Genau das hat Robert Thalheim jetzt getan.

Dafür fängt er mit den „Profis in spe“ noch einmal von vorn an: Thalheim erzählt die TKKG-Urgeschichte, bei der die sehr unterschiedlichen Freunde im Internat erst zusammenfinden müssen. Als Tim (Ilyes Moutaoukkil) und Willi, genannt Klößchen (Lorenzo Germeno), sich dort ein Zimmer teilen sollen, sind sie noch ein Stück weit davon entfernt, die Freunde zu werden, die sie später sind.

Klößchen (Lorenzo Germeno, von links), Karl (Manuel Santos Gelke), Gabi (Emma-Louise Schimpf) und Tim (Ilyes Moutaoukkil) ermitteln.
Klößchen (Lorenzo Germeno, von links), Karl (Manuel Santos Gelke), Gabi (Emma-Louise Schimpf) und Tim (Ilyes Moutaoukkil) ermitteln. | Bild: Warner Bros.

Doch die Beobachtung einer nächtlichen Explosion in der Nähe der Schule sorgt dafür, dass sie – schließlich auch zusammen mit Karl (Manuel Santos Gelke) und Gabi (Emma-Louise Schimpf) – ihrem ersten Fall nachgehen, bei dem sie einem Kunstraub, einer Entführung und einem blinden Hellseher auf der Spur sind.

Anfangs kann man durchaus skeptisch sein, ob der Regisseur bei der Renovierung der millionenfach verkauften Reihe für das Kino nicht doch etwas zu gewollt vorgeht, wenn Tim etwa als Sprayer aus schwierigen sozialen Verhältnissen von der Polizei über die Dächer der Stadt verfolgt wird. Doch dann findet er doch eine gute Balance: Die Figuren werden da, wo es am nötigsten war, zeitgemäß angepasst und modernisiert.

Gleichberechtigung für Gabi

Klößchen etwa ist hier nicht mehr nur der moppelige Tollpatsch, sondern ein recht selbstbewusster Industriellensohn mit passender Attitüde. Vor allem aber Gabi mischt jetzt gleichberechtigt bei den Jungs mit. Abschrecken sollte das die älteren Fans aber nicht, zumal Thalheim nebenbei nicht nur durch den Einsatz der Titelmusik von den alten Hörspielen trotzdem ein bisschen nostalgische TKKG-Gefühle bedient.

Sicher ist der Film, in dem erwachsene Darsteller wie Tom Schilling, Milan Peschel und Laura Tonke auftauchen, manchmal etwas hakelig erzählt, in wenigen Szenen ein bisschen zu albern und immer ungefähr so spannend, wie man es von einem Jugendkrimi erwarten kann.

Trotzdem ist Thalheim mit „TKKG“ eine unterhaltsame Adaption gelungen, bei der zumindest ein jüngeres Publikum, das noch nicht sonderlich Krimi-erfahren ist, vom letzten Twist halbwegs überrascht sein dürfte.