Selbst im Krieg gegen den Terror ist nicht alles erlaubt. Und doch hat der US-Geheimdienst CIA jahrelang vermeintliche islamistische Terroristen mit Rückendeckung des Weißen Hauses gefoltert. Nach den Ereignissen vom 11. September 2001 war jedes Mittel recht, um weitere Anschläge zu verhindern.

Weil Folter laut amerikanischer Verfassung verboten ist, setzte die CIA die „erweiterte Befragungstechnik“ in ausländischen Geheimgefängnissen ein. Dass diese Praktiken publik geworden sind, ist im Wesentlichen das Verdienst eines Mannes: „The Report“ ist eine Hommage an den Senatsmitarbeiter Daniel Jones (Adam Driver), der Hunderttausende von CIA-Dokumenten durchforstet hat. Die Veröffentlichung der Ergebnisse wollte die CIA verhindern.

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Scott Z. Burns ist das Kunststück gelungen, aus diesem zwar schockierenden, aber im Grunde trockenen Stoff einen packenden Polit-Thriller zu machen. Er stellt seinen Film in die Tradition von Klassikern wie „Die drei Tage des Condor“.

Die Spannung entsteht aus dem immer einsameren Kampf von Jones, der sich nicht nur gegen einen übermächtigen Gegner, sondern auch gegen die eigenen Leute durchsetzen muss. Seine Chefin, die demokratische Senatorin Dianne Feinstein (Annette Bening), will die Wiederwahl Barack Obamas nicht gefährden, weshalb der Bericht unter Verschluss bleiben soll.

Klassiker lassen grüßen

Nicht zuletzt dank des komplexen politischen Hintergrunds erinnert „The Report“ an den Klassiker „Die Unbestechlichen“ (1976) über die unermüdliche Recherche der Reporter Bob Woodward und Carl Bernstein, die zur Aufdeckung des Watergate-Skandals und zum Rücktritt von Richard Nixon führte. Daniel Jones ist eine ähnliche Figur, zumal zunächst sein moralischer Kompass im Vordergrund steht.

Die große Stärke des Dramas, das eigentlich „The Torture Report“ (Der Folter-Report) heißt – Torture allerdings durchgestrichen –, ist neben der erfolgreichen Reduktion der komplexen Hintergründe Burns‚ Arbeit mit den ausnahmslos vorzüglichen Schauspielern.

Manches ist kaum auszuhalten

Trotzdem ist der betont schnörkellos inszenierte und daher fast dokumentarisch wirkende Film eine Zumutung, denn er zeigt auch den Anlass der Empörung: Demütigungen, sexuelle Erniedrigung, simuliertes Ertränken – die entsprechenden Szenen sind kaum auszuhalten. Die bittere Ironie des Skandals verhehlt Burns ebenfalls nicht: Viele Opfer waren unschuldig, andere haben nur erzählt, was die CIA ohnehin bereits wusste.

Der Film läuft vorab im Kino und kann ab dem 29. November 2019 bei Amazon abgerufen werden.

 

Abspann

Buch und Regie: Scott Z. Burns

Darsteller: Adam Driver, Annette Bening, Jon Hamm, Sarah Goldberg u.a.

Länge: 120 Minuten

FSK: freigegeben ab 12 Jahren

Verleih: DCM

Fazit: Sachlich inszeniert, dabei aber so fesselnd wie ein Thriller.