Mit ihrem Kinodebüt „Mängelexemplar“ ist Laura Lackmann vor zwei Jahren gleich ziemlich hoch eingestiegen. Nun legt die Regisseurin auf gleichem Niveau nach. „Zwei im falschen Film“ ist eine Romanze der etwas anderen Art: Nach acht Jahren ist die Beziehung von Hans (Marc Hosemann) und seiner Freundin Laura (Laura Tonke), von ihm „Heinz“ genannt, in den Mühen der Ebene angekommen. Hans und Heinz, beide in den Vierzigern, stellen fest, dass sie nicht mehr viel gemeinsam haben. Hans hat sich in einem aufregungsarmen Leben als Besitzer eines Copyshops eingerichtet, lebt in einer provisorisch eingerichteten Wohnung über dem Laden und weigert sich, erwachsen zu werden. Auch Heinz ist im Leben angekommen: Die Schauspielerin spricht in verkehrspädagogischen Zeichentrickfilmen eine Ampel.

Die Handlung beginnt mit dem Besuch einer Kinoromanze, die den beiden vor Augen führt, dass ihre eigene Beziehung längst nicht mehr romantisch ist. Heinz träumt von Familie, Hans will sein ungebundenes Leben nicht aufgeben. Als Heinz ihm zum Jahrestag eine Schmuckschatulle überreicht, macht er die lieber gar nicht erst auf. Um wieder die „echte Liebe“ zu erleben, stellen sie eine „To do“-Liste auf: Mehr Romantik! Mehr Leidenschaft!

Das klingt zunächst ähnlich wenig spektakulär wie die Besetzung der beiden Hauptrollen; Laura Tonke und Marc Hosemann stehen eher für Anspruch als für Glamour. Auch das Thema des Films ist auf den ersten Blick eher unattraktiv: Beziehung ist Arbeit. Es ist ausgerechnet Hans’ demente Mutter (Christine Schorn), die am Ende die eigentliche Botschaft formuliert: Wenn man beizeiten kapiert, dass man längst glücklich ist, hat man mehr vom Leben.

 

 

Mehr Spaß als einige etwas zu lang geratene Szenen macht eine zweite Ebene: Der Film, den Hans und Heinz anfangs im Kino anschauen, ist Laura Tonke und Marc Hosemann gewidmet, die auch die Hauptrollen der Leinwandromanze spielen. Dies ist der Auftakt zu einem Spiel mit den Zuschauern, das sich durch die ganze Geschichte zieht und immer wieder einen Bezug zum Titel herstellt: Beim Friseur wünscht sich Heinz die gleiche Frisur wie die Schauspielerin auf dem Cover des Hochglanzmagazins, das Laura Tonke zeigt. Was sich wie Insider-Gags anhört, ist Teil der Geschichte und somit auch der Botschaft: Das Leben ist keine romantische Komödie; Lackmann nennt ihren Film ein „Vorbild für die kleine Liebe“, weshalb sie dem Paar ein großes Leinwand-Happy-End beschert.

Abspann:

Genre: Liebesdrama

Buch und Regie: Laura Lackmann

Darsteller: Laura Tonke, Marc Hosemann

FSK: ab 12

Fazit: Sehenswerte Hommage an die „kleine Liebe“.