Kasperl, Seppel, Wachtmeister Dimpfelmoser und der „gefährlichste Räuber im ganzen Landkreis“: Otfried Preußlers (1923-2013) Räuber Hotzenplotz streift seit Jahrzehnten durch die Kinderzimmer, selbst den Beginn des YouTube-Zeitalters haben die Geschichten von dem bärbeißigen Ganoven überlebt. Im Mai kam sogar ein neues Buch auf den Markt: „Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete“. Der WDR hat daraus ein Kinderhörspiel gemacht, in Düsseldorf ist es ab dem 11. November 2018 als Theaterstück zu sehen. Zeit also, das alte Räuber-Wissen nochmal aufzufrischen. Ein H-O-T-Z-E-N-P-L-O-T-Z.

H wie Hotzenplotz: Ist wohl der bekannteste Verbrecher Deutschlands. Der bärtige Gauner hat eine Pfefferpistole und im Gürtel sagenhafte sieben Messer. 1962 erschien der erste Hotzenplotz-Band und gleich zu Beginn stahl der Räuber Großmutters Kaffeemühle.

O wie Otfried Preußler: Erfinder von Hotzenplotz. Dabei war die Räubergeschichte eigentlich eher ein Nebenprodukt, als Preußler während der Arbeit am Roman „Krabat“ etwas Lustiges schreiben wollte – eine Kasperle-Geschichte.

T wie Tölpel: Die vielleicht komischste Figur in der Hotzenplotz-Saga ist Alois Dimpfelmoser, ein Pickelhauben-Polizist. Laut Preußler abgeleitet vom bayerischen Begriff Dimpfel für „dummer Mensch“.

Z wie Zeit: Ist viel vergangen bis zum neuesten Band „Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete“ – er erschien im Mai 2018. Preußlers Tochter hatte eine kurze Geschichte im Nachlass des Vaters entdeckt – rund 45 Jahre nach der Veröffentlichung des dritten und eigentlich letzten Bandes. Daraus entwickelte sie das neue Buch.

E wie Ensemble: Zur Hotzenplotz-Welt gehören neben Dimpfelmoser natürlich auch Kasperl, Seppel, der böse Zauberer Petrosilius Zwackelmann, die Witwe Schlotterbeck und die Fee Amaryllis.

N wie neu: Aus „Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete“ hat der WDR ein Kinderhörspiel gemacht. Zu hören ist es am 20. Oktober 2018 um 19.05 Uhr auf WDR5 und im Digitalradio KiRaKa. In die Rolle von Kasperl schlüpft der 26 Jahre alte Max von der Groeben, bekannt aus dem Kino-Hit „Fack Ju Göhte“.

Die Schauspieler Max von der Groeben (Kasperl, von links), Waldemar Kobus (Räuber Hotzenplotz), Daniel Rothaug (Seppel) und Felix Vörtler (Dimpflmoser) sprechen das Hörspiel "Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete" von Otfried Preußler ein.
Die Schauspieler Max von der Groeben (Kasperl, von links), Waldemar Kobus (Räuber Hotzenplotz), Daniel Rothaug (Seppel) und Felix Vörtler (Dimpflmoser) sprechen das Hörspiel "Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete" von Otfried Preußler ein. | Bild: Oliver Berg / dpa

P wie PetrosiliusZwackelmann: Der böse Zauberer hat einen wunderbaren Namen zum Verhunzen („Zeprodilius Wackelzahn“) und findet im ersten Band ein jähes Ende im Unkenpfuhl. Preußler hatte da nach eigenen Angaben noch nicht auf dem Schirm, dass er mal Band zwei und drei schreiben würde: „Sonst hätte ich nämlich den großen und bösen Zauberer Petrosilius Zwackelmann unter keinen Umständen bereits im ersten Band das Zeitliche segnen lassen.“

L wie Laster: Nach dem Tod von Altkanzler und Kettenraucher Helmut Schmidt kann man Räuber Hotzenplotz wohl als letzten deutschlandweit bekannten Tabak-Liebhaber bezeichnen – in seinem Fall Schnupftabak. Er mag das Zeug echt gern.

O wie Ortsnamen: Spielen bei Preußler traditionell eine große Rolle. Hotzenplotz selbst ist nach einem Städtchen in Mährisch-Schlesien (Tschechien) benannt. Durch die Bücher haben auch viele Wörter überlebt, die heute kaum noch jemand benutzt – etwas Spritzenhaus. Weil es im Städtchen der Hotzenplotz-Welt kein Gefängnis gibt, wird der Räuber dort eingesperrt – also in die Feuerwache.

T wie Tripp: Aus der Feder von Franz Josef Tripp (1915-1978) stammen die detailverliebten Schwarz-Weiß-Zeichnungen der drei ursprünglichen Hotzenplotz-Bände, die sich in das Gedächtnis mehrerer Generationen eingebrannt haben.

Z wie zum Geburtstag: Otfried Preußler wäre am 20. Oktober, wenn das neue Hörspiel Premiere hat, 95 Jahre alt geworden. Nicht nur mit dem berühmten Räuber hat er sich unsterblich gemacht – von ihm stammen neben der gruseligen Zauber-Saga „Krabat“ etwa auch „Die kleine Hexe“ und „Das kleine Gespenst“.