Wer in den nächsten Tagen am Konstanzer Rathaushof vorbeischaut, kann vielleicht schon einen Blick auf die neue Bühne erhaschen. Denn ab jetzt wird im Innenhof gebaut. Am 17. August hat Giacomo Puccinis heiterer Einakter „Gianni Schicchi“ hier Premiere. Es ist die erste Produktion, die nicht unter der Leitung von Peter Bauer stattfindet, dem einstigen Gründer der Rathausoper. Nach 35 Jahren wollte er die inzwischen zur Institution gewordene Einrichtung in jüngere Hände geben.

Das SÜDKURIER Medienhaus hat die Oper seit den ersten Anfängen als Medienpartner umfassend unterstützt und die Idee einer anspruchsvollen Opernproduktion in eine breite Öffentlichkeit getragen. Darüber hinaus hat sich SÜDKURIER-Geschäftsführer Rainer Wiesner jahrelang ehrenamtlich als Vorsitzender des Fördervereins engagiert. Auch deswegen kann es jetzt weitergehen.

Erbstreitereien am Totenbett

Das neue Leitungsteam mit Eckart Manke (Musikalische Leitung), Jochen Diederichs (Szene und Ausstattung) und Ruth Bader (Organisation und Produktionsleitung) hat sich nicht ohne humoristischen Hintersinn für „Gianni Schicchi“ als erster Produktion entschieden. Das Stück, das auf einer Episode aus Dantes „Göttlicher Komödie“ basiert, handelt von dem gewitzten Gianni Schicchi, der die Erbstreitereien am Totenbett eines Familienoberhaupts zu seinen eigenen Gunsten löst. „Peter Bauer hat uns die Rathausoper vererbt, deswegen machen wir jetzt das Erbstück“, so Eckhart Manke.

Emilio Marcucci singt die Titelpartie in „Gianni Schicchi“.
Emilio Marcucci singt die Titelpartie in „Gianni Schicchi“. | Bild: Emilio Marcucci

Inzwischen haben die Proben mit Orchester und Solisten begonnen. Auch Regisseur Philip Stemann hat schon szenische Konzeptionsgespräche geführt. Parallel dazu wird die Bühne im Rathaushof aufgebaut. Jochen Diederichs möchte sie wieder auf jener Seite des Rathaushofes errichten, an der er die Bühne für den Doppelabend „Ariadne“ positioniert hatte. Das historische Rathausgebäude soll dabei zur Geltung kommen – schließlich spielt auch Puccinis Stück in einer schon damals historischen Zeit, im Florenz 1299.

Elisabeth Wimmer ist Schicchis Tochter Lauretta. Sie darf mit dem Paradestück „O mio Babbino caro“ brillieren.
Elisabeth Wimmer ist Schicchis Tochter Lauretta. Sie darf mit dem Paradestück „O mio Babbino caro“ brillieren. | Bild: RITA SKOF/STARRYDYNAMO.STUDIOS

Auf der Bühne wird ein Bett einen zentralen Platz einnehmen. Darin liegt zunächst der tote Buoso Donati, der später Platz machen muss für Gianni Schicchi. Der diktiert dann als todkranker Donati dem Notar ein neues Testament. Um das Bett herum stehen, so viel verrät Diederichs bereits, Trauerkarten und Beileidsbekundungen. Gespielt und gesungen wird übrigens in der italienischen Originalsprache. Gut möglich aber, so Ruth Bader, klappt es noch mit einer Übertitelungsanlage, wie sie in den Opernhäusern inzwischen gang und gebe sind.

Premiere am 17. August. Weitere Vorstellungen am 19., 21., 23. und 24. August, jeweils 20.45 Uhr. Um 20 Uhr Einführung im Gartenhof. – Tickets gibt es ab sofort im Kulturzentrum am Münster oder per Mail an tickets@rathausoper.de oder unter Tel. 0151/42450182 (Anrufbeantworter). – Das traditionelle Konzert zur Rathausoper findet am 4. August um 20 Uhr im Arkadenhof des Wessenberghauses statt. Weitere Infos: http://www.rathausoper.de