Osterhase möchte man lieber nicht sein. Wo soll ich die Eier verstecken: in der Wohnung, in der freien Natur oder lieber gleich in Zürich? Essen Kinder überhaupt noch Hühnereier oder sind sie alle Veganer geworden? Die Schokolade – Fair Trade oder was? Das sind so Fragen, und die schwierigste kommt erst noch. Wer bekommt wie viele Eier?

Das sind die drei Prinzipien

Als Sozialdemokrat alten Schlags achtet Meister Lampe auf Verteilungsgerechtigkeit. Hier folgt er drei grundlegenden Prinzipien. Das Erste heißt Leistungsgerechtigkeit. Also: Das Kind, das am fleißigsten gesucht hat, bekommt auch die meisten Eier. Im Extremfall fast alle. Und die anderen nur sehr wenige. Da ist das Geschrei programmiert.

Deshalb kommt ein zweites Prinzip hinzu: die Belastungsgerechtigkeit. Wer viele Eier im Körbchen hat und belastbarer ist, kann den anderen leichter etwas abgeben. Wer nur ein einziges Ei gefunden hat, wird sich schwer mit dem Teilen tun. Andererseits wird es die fleißige Eiersammlerin ungerecht finden, wenn sie an den doofen kleinen Bruder viele Eier abgeben muss. Gemaule, Gezänk ohne Ende.

Deshalb kommt ein drittes Prinzip hinzu: die Bedürfnisgerechtigkeit. Es gibt Kinder, die sind einfach zu schwach oder unbegabt, so viele Eier zu finden wie die anderen. Hier sind ein paar Basis-Eier fällig, um die Kalorienzufuhr zu sichern und den sozialen Frieden zu wahren. Das Einkommen muss zumindest die Grundbedurfnisse abdecken. Das weiß jedes Kind.

Zum Schluss eine goldene Regel

Kluge Osterhasen wissen noch mehr. Sie wissen, dass die drei Auffassungen von Gerechtigkeit sich widersprechen und deshalb miteinander austariert werden müssen. Dabei gilt die goldene Regel: Die Gleichheit soll die Freiheit des Schwacheren auf eine Weise schutzen, dass die Freiheit des Starkeren nicht im Ubermaß beschnitten wird. Toller Satz.

Bleibt noch das große Osterhasen-Dilemma. Meister Langohr hat alle Eier mühsam herbeigeschleppt und dennoch kein einziges abbekommen. Weshalb unsere Parole heißt: Gerechtigkeit fur Osterhasen!