Zum 18. und letzten Mal verantwortet Berlinale-Chef Dieter Kosslick die Internationalen Filmfestspiele in Berlin, die am 7. Februar am gewohnt zugigen Potsdamer Platz eröffnet werden. Wer zum Ende dieser Ära mit einer großen Überraschung gerechnet hatte oder damit, dass der Festivaldirektor ganz groß auffährt, sieht sich allerdings getäuscht. Denn das Motto der diesjährigen Berlinale, so liest sich das Programm auf dem Papier, scheint eher zu sein: Schuster, bleib’ bei deinen Leisten.

Alles, was in der Ära Kosslick zum Markenzeichen des Festivals wurde, wird auch in diesem Jahr im Wettbewerb groß geschrieben: deutsche Filme, asiatisches Kino, Werke von jungen Filmemachern, politische Themen. Und nicht wenige der Regisseure und Regisseurinnen, die ins Rennen um den Goldenen Bären gehen, sind schon öfter mit ihren Arbeiten in Berlin gewesen.

Zahlreiche Filmfans warten auf den Kartenvorverkauf für die Berlinale.
Zahlreiche Filmfans warten auf den Kartenvorverkauf für die Berlinale. | Bild: Jens Kalaene / dpa

Zu den mit Spannung erwarteten Filmen gehört die Romanverfilmung „Der Goldene Handschuh“ von Fatih Akin, dem auf der Berlinale der ganz große internationale Durchbruch gelang, als 2004 (als bislang letzter deutscher Film) „Gegen die Wand“ den Goldenen Bären gewann.

Neben seiner Heinz-Strunk-Adaption konkurrieren zwei weitere einheimische Produktionen um die Preise, über die eine Jury unter Vorsitz von Juliette Binoche entscheidet: „Ich war zuhause, aber“ von Angela Schanelec, die bislang nur in Nebenreihen präsent war, und Nora Fingerscheidts „Systemsprenger“, dem einzigen Debütfilm im Wettbewerb.

Viele alte Bekannte

Alte Bekannte im Programm sind der Franzose François Ozon, der in „Grâce à dieu“ das Thema Missbrauch in der katholischen Kirche unter die Lupe nimmt, Isabel Coixet aus Spanien mit ihrem lesbischen Liebesdrama „Elisa y Marcela“ oder der Chinese Wang Quan’an, der seit dem Goldenen Bären für „Tuyas Hochzeit“ 2007 schon zum vierten Mal eingeladen wurde.

Auch die dänische Regisseurin Lone Scherfig, deren englischsprachiger Ensemblefilm „The Kindness Of Strangers“ am Donnerstag das Festival eröffnet, war bereits mehrfach Gast des Berlinale. Scherfig bringt Darsteller wie Bill Nighy und Zoe Kazan mit, doch nicht zuletzt weil Filme aus den USA eine noch kleinere Rolle spielen als ohnehin, ist das Star-Aufgebot auf dem roten Teppich eher klein.

Ein paar Stars in Berlin

Diane Kruger wird außer Konkurrenz als Geheimagentin in „The Operative“ vom israelischen Regisseur Yuval Adler zu sehen sein, Christian Bale rührt die Werbetrommel für „Vice – Der zweite Mann“, und die Regiedebüts der Schauspieler Casey Affleck („Light Of My Life“), Jonah Hill („Mid90s“) und Chiwetel Ejiofor („The Boy Who Harnessed The Wind“) laufen in der Sektion Panorama oder im Berlinale Special. Der Goldene Ehrenbär fürs Lebenswerk geht in diesem Jahr an die Britin Charlotte Rampling.