Ein Kampf gegen die Ungerechtigkeiten, wie ihn Robin Hood schon führte, ist längst nicht ausgekämpft. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird schließlich weltweit zusehends größer. In den USA gab es durch Präsident Donald Trump enorme Steuererleichterungen für die Reichsten des Landes. Und überhaupt besitzt das eine, berühmte, reichste Prozent der Bevölkerung inzwischen mehr als der ganze Rest.

Auch diese Generation bekommt daher nun eine neue Version des nimmermüden, heldenhaften Rächers, der mit seiner Gruppe an Verbündeten durch das britische Nottingham reitet und bei den Reichen stiehlt, um es den Armen zu geben. Damit setzt er die Reihe Dutzender „Robin Hood“-Adaptionen fort, die seit 1912 über die Jahrzehnte hinweg vom Disney Zeichentrick bis zum epischen Abenteuer reichten.

Regisseur Otto Bathurst setzt nun vor allem auf Action mit „Kingsman“-Star Taron Egerton in der Titelrolle. Als junger Adliger Robin von Loxley wird er anfangs eingezogen, um als Soldat auf den Kreuzzügen in Syrien zu kämpfen. Als er nach einigen Jahren in die englische Heimat zurückkehrt, hat sich einiges geändert: Sein Familienanwesen ist futsch, seine geliebte Marian (Eve Hewson) hat einen neuen Mann (Jamie Dornan) an ihrer Seite.

Doch Robin will sich rächen. Er lässt sich von John (Jamie Foxx), seinem arabisch-muslimischen Begleiter, in Kampftechniken ausbilden und greift dann „Batman“-artig mit seiner geheimen, zweiten Identität als „The Hood“ zu Pfeil und Bogen. Tapfer leistet er Widerstand gegen die Unterdrückung und Ausbeutung durch den sinisteren Sheriff von Nottingham (Ben Mendelsohn).

Während sich der Konflikt und schließlich der Aufstand der Minenarbeiter zum Showdown zuspitzen, geht es Regisseur Bathurst offenbar vor allem darum, es actionmäßig rumpeln und krachen zu lassen.

Statt angesichts der erdrückenden Anzahl der Vorgängerfilme, die diesen Stoff interpretiert haben, etwas wirklich Originelles und Mutiges zu wagen, gerät der Film so zu einem öden Durcheinander voller Ungereimtheiten. Die engagierte Kernbotschaft, das gemeinsame Aufbegehren gegen Tyrannei und Ausbeutung, ist dabei alles andere als unsympathisch. Hier wird sie allerdings zwischendurch immer wieder plakativ wie durchs Megaphon verkündet und verhallt im oberflächlichen Getöse. Mit einem „Vergesst die Geschichte“ wird dieser Versuch, den Klassiker neu zu erzählen, eingeleitet. Nach Ende ist klar, dass man diesen „Robin Hood“ schnell wieder vergessen wird.

ABSPANN

Land:USA

Regie:Otto Bathurst

Darsteller:Taron Egerton, Eve Hewson, Jamie Foxx

FSK: ab 12 Jahren

Länge: 116 Minuten