Das Zürich Jazz Orchestra steht für Big-Band Sound abseits der bekannten Pfade. So gab die großbesetzte Jazz-Band zum Abschluss des Konstanzer Jazzherbstes ein ungewöhnliches Programm. Steffen Schorn, der Band-Leader des Abends, komponiert und arrangiert auch. Von ihm stammt die Suite "Three Pictures". "Bilder einer Ausstellung" gewissermaßen im Jazz-Format. Eine immaginäre Klanglandschaft voller Klangfarben in drei nahtlos inneinander übergehenden Sätzen tat sich auf.

Beginnend mit einem ausgedehnten Solo auf der Bass-Flöte war das erste "Jazz-Bild" angelegt mit gehaucht zarten und rhythmisch gesetzten "Farben". Eine geheimnisvolle, orientalisch anmutende Fantasiewelt mochte vor dem inneren Auge des Hörers entstehen. Satt leuchtende Bläserfarben verschönerten das zweite Bild, voller harmonischer Spannung. Darin eingezeichnet war wildes Linienspiel, ein Dialog von Schlagzeug und Saxophon-Solo.

Furios dann der Hintergrund des Bildes. Kraftvoll grundierendes Blech! Raffinierte Klanggruppenwechsel, eingestreute E-Gitarren-Poesie in einen exzentrischen Fortissimo-Akkord mündend, das waren weitere Bildqualitäten. Im letzten Bild herrschten feine Linien vor. Zierliche Klaviermelodien, Soli von Saxophonen und Posaune, dunkel verebbende Klangwolken im Kontrast mit dem vollen Orchester-Sound gaben ein Landschaftsbild von eigenem Reiz.

Weitere Stücke, wie "Epliog" – spannungsreiche Harmonik, wabernde Bässe, und eine Hommage an die Fernsehserie über das Raumschiff "Orion" machten mit weiteren Qualitäten des Zürich Jazz Orchestra bekannt. Exterrestisch der Beginn, flotte markante Bläser mochten den Flug der Raumfähre darstellen. Schließlich versinkt "Orion" zum sternenglitzernden Klavier und mit leisen Saxophon-Soli in der Milchstraße.

Mit "Anytime" schenkten die Zürcher dann ein wenig klassischen Big-Band-Sound. Alles gespielt mit viel Feuer und angefeuert von einem zwischen den Instrumenten umherspringenden und vom Bass-Sax zum Klavier wechselnden Steffen Schorn.