Es gibt bisweilen Filme, die will man einfach mögen, noch bevor man auch nur eine einzige Szene gesehen hat. „Bad Spies“, ist dafür ein gutes Beispiel. Mit Mila Kunis („Bad Moms“) und Kate McKinnon („Ghostbusters“) sind zwei Schauspielerinnen am Start, denen man gemeinhin gerne zuschaut, dazu kommt mit Susanna Fogel eine Frau hinter der Kamera, deren bisherige Film- und Fernseharbeiten mindestens neugierig machen. Und gegen den Versuch, eine handfeste Komödie und einen actionreichen Agententhriller in ein- und demselben Film zu kombinieren, ist prinzipiell auch nichts einzuwenden. Doch ganz gleich, wie viel Wohlwollen man auch auffährt: am Ende lässt sich hier leider nicht viel finden, was für „Bad Spies“ spricht.

Der Film fängt damit an, dass Supermarktkassiererin Audrey (Kunis) von ihrem Freund verlassen wurde – und das auch noch ganz schnöde per SMS. Erst als sie gemeinsam mit ihrer besten Freundin und Mitbewohnerin Morgan (McKinnon) droht, seine Sachen zu verbrennen, bekommt sie wieder ein Lebenszeichen von Drew (Justin Theroux), der – wie sich nun herausstellt – in Wirklichkeit als internationaler Geheimagent unterwegs ist. Es dauert nicht lange, bis auch noch ein paar andere Spione auf der Bildfläche erscheinen, das Apartment der beiden Frauen zum Schauplatz einer Schießerei wird und die beiden ein Objekt in den Händen halten, hinter dem offensichtlich ziemlich viele undurchschaubare Gestalten her sind. Ehe sie sich versehen, sitzen Audrey und Morgan im Flugzeug Richtung Europa, wo sie auf eigene Faust versuchen wollen, zwischen Wien, Prag und Berlin mit heiler Haut aus dieser Sache herauszukommen.

Wie enorm viel Spaß eine Komödie machen kann, die eine eigentlich heillos überforderte Protagonistin ins Zentrum eines Spionage-Abenteuers katapultiert und nebenbei genüsslich mit den seit 007s Anfängen erprobten Konventionen und Klischees des Genres spielt, bewies vor ein paar Jahren „Spy – Susan Cooper Undercover“ mit Melissa McCarthy. So gelungen und schwungvoll damals allerdings Paul Feig die Sache inszenierte, so krachend scheitert nun Fogel.

McKinnon, deren beträchtliches Comedy-Können bislang noch kein Kinofilm so wirklich zu nutzen wusste, stürzt sich mit einer Energie in Albernheit und Action, die ihresgleichen sucht. Doch weder entsteht dabei auch nur ein Fünkchen „beste Freundinnen-Chemie“ zwischen ihr und Kunis, noch kann sie Einfallslosigkeit und Unpointiertheit des Drehbuchs auffangen. Am Ende ist „Bad Spies“ leider einfach nur erschreckend unlustig.

Ausschnitte aus dem Film können Sie hier sehen:

Abspann

 

Originaltitel: The Spy Who Dumped Me

Regie: Susanna Fogel

Darsteller: Mila Kunis, Kate McKinnon, Justin Theroux, Sam Heughan

Produktionsland: USA 2018

Länge: 117 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Fazit: Brutale und gnadenlos unlustige Actionkomödie