Sie sind ähnlich alt wie die Rolling Stones, veröffentlichen im Gegensatz zu den Rockstars aber bis heute mehrmals pro Jahr eine neue CD. Damit sind sie so erfolgreich wie nie: Die Drei Fragezeichen. Seit 1964 übernehmen die drei Detektive aus dem fiktiven Küstenort Rocky Beach bei Los Angeles jeden Fall. Und seit der dritten deutschen Ausgabe im Jahr 1968 sorgte Aiga Rasch dafür, dass die Cover der Bücher und Hörspiele in Erinnerung blieben. Die Stuttgarter Illustratorin schuf bis zu ihrer Rente 1999 rund 90 Cover, die bis heute präsent sind – Streaming-Diensten sei Dank, in deren Bibliotheken die Detektivgeschichten zu den beliebtesten Alben gehören. 

Im Turm zur Katz in Konstanz sind bis 26. April die Werke der 2009 verstorbenen Aiga Rasch zu sehen. Bereits die Vernissage zeigte: Was ursprünglich junge Teenager ansprechen sollte, ist heute ein Kult auch für Erwachsene. Denn das Alter der Gäste reicht von wenigen Monaten bis mehreren Jahrzehnten.

Von der ersten Idee bis zum fertigen Cover

„Wenn alle Stricke reißen – diese Version (allerdings ungern)“, hat Aiga Rasch am 16. September 1996 notiert. Ihre Worte beziehen sich auf eine Illustration für die Folge „Der Poltergeist“ – und genau das, was Aiga Rasch ungern als Cover sehen wollte, ziert die Kassettenhülle. Es sind auch persönliche Randnotizen wie diese, die diese Ausstellung besonders machen. In den oberen Stockwerken dreht sich alles um den Entstehungsprozess der so typischen Cover einer jeden Folge. In zwei, drei, auch sieben Entwürfen zeigt sich der Weg von der ersten Idee bis zum fertigen Bild. Teils noch mit Blindtext, altem Folgentitel oder ganz anderen Motiven schält sich das Ergebnis heraus, das heute auf Büchern und Kassetten prangt.

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Ihren ersten Entwurf fertigte sie ungefragt

Dabei war es Raschs Durchsetzungsvermögen zu verdanken, dass die Serie überhaupt mit ihren Covern versehen und damit so erfolgreich wurde: Ungefragt habe Rasch ihren eigenen Entwurf vorgelegt, schilderte Kulturamts-Leiterin Sarah Müssig bei der Vernissage. Damit sollte sie den Kinderbuchmarkt revolutionieren – bis dahin zeichneten Frauen besonders die Werke für Mädchen, außerdem tat sich der Leiter des Franckh-Kosmos-Verlags damals wohl schwer mit dem heute traditionellen schwarzen Rahmen.

Schwarzer Rahmen, bunter Inhalt. Aber die Detektive selbst bleiben der Fantasie überlassen

Was alle Entwürfe und Cover seitdem eint: Abseits vom Rahmen wird es sehr bunt, sehr grafisch, und die Detektive selbst sind nie zu sehen. Ein Bild von Justus, Peter und Bob wollte sie der Fantasie der Fans selbst überlassen, erklärt Matthias Bogucki. Der Nachlassverwalter muss es wissen, lernte er die Grafikerin doch selbst als Fan kennen und entwickelte sich über Jahre zu einem Vertrauten. Bogucki weiß auch, dass Aiga Rasch sich von anderen Bildern und alltäglichen Phänomenen inspirieren ließ: Aus den Grundzügen eines Dinos wurde ein Drache. Im Turm zur Katz zeigt sich aber auch, dass sie vielen weiteren Geschichten ein Gesicht gegeben hat: Fast 5000 Illustrationen finden sich in ihrem Nachlass.

Detektivgeschichten können im Turm zur Katz Konstanz gelesen und gehört werden.
Detektivgeschichten können im Turm zur Katz Konstanz gelesen und gehört werden. | Bild: Arndt, Isabelle

Umfangreiches Rahmenprogramm für Fans von Grafik und Detektiven

Und doch lässt das Rahmenprogramm bis April besonders das Herz von Detektiv-Fans höher schlagen: Neben Führungen können Teilnehmer an drei Terminen selbst auf Rätseljagd gehen. Außerdem sind eine Hörspielnacht, Autorenlesungen, einen Workshop zur Covergestaltung, ein Kneipen-Quiz im Klimperkasten und Filme im Zebra Kino geplant. Alle Termine online unter www.konstanz.de/turmzurkatz

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