Anforderungen: Sprache ist auch Musik. Sendlinger hat deshalb bei der Auswahl für den Chor für die Produktion „Die Weber“ neben schauspielerischen Fähigkeiten vor allem auf die Stimme geachtet: die Tragfähigkeit der Stimme im Raum, Rhythmusgefühl, Musikalität. Kann jemand einen Text in verschiedenen schauspielerischen Haltungen sprechen.

Sprechfehler: Mit Menschen ohne Sprechausbildung trainiert sie am häufigsten s-sch-Übergänge wie in „Los, schafft alle fort!“. „Das ‚s’ von ‚los’ wird gerne unterschlagen“, sagt Sendlinger: „Schon versteht man den Satz auf der Bühne nicht mehr.“ Außerdem müsse man sich für die Bühne angewöhnen, das „t“ am Wortende zu betonen: „Das verschlucken wir in unserer Alltagssprache häufig.“

Tricks: Ein klassisches Mittel für das Sprechen im Chor ist der „Anatmer“. Dabei atmet der Chorführer einmal laut ein, bevor der Text beginnt. Allerdings kann diesen Anatmer auch das Publikum hören. Sendlinger findet es deshalb eleganter, Lichtwechsel oder akustische Signale wie das Schließen einer Tür oder Musikeinsätze zu nutzen. Bei „Die Weber“ befindet sich der Chor immer im Dialog mit anderen Figuren. „Wir arbeiten deshalb hauptsächlich mit dem so genannten ‚Kipper’“, sagt Sendlinger: Der Chor schließt einfach immer direkt an den Vorredner an. Das funktioniert, solange dieser nicht sein Stichwort vergisst… (brg)