Shisha-Bars schießen auch in der Region wie Pilze aus dem Boden, der kalte Rauch der Wasserpfeife mit Apfel-, Birne-, Melone- oder Kiwi-Note entzückt immer mehr Genussfreudige, vor allem die Jüngeren greifen zunehmend nach dem Schlauch statt nach der Zigarette. Doch nicht immer ist das Geschäft ganz sauber, es lockt das schnelle Geld durch illegale Tabakeinfuhren, und immer öfter üben sich Shisha-Gastronomen in der Herstellung eigenen Tabaks – und sei er auch nur zusammengemischt. Doch das ist strafbar.

Am Fiskus vorbei geraucht

Jetzt hat der Zoll zugeschlagen, und seine Bilanz kann sich sehen lassen: 88 Ermittler schwärmten in den letzten beiden Novembertagen aus, um 60 Shisha-Bars im Bodenseekreis und den Landkreisen Sigmaringen, Albstadt, Balingen, Lindau, Ulm, Göppingen sowie Tübingen, Reutlingen und Metzingen zu durchleuchten. Dabei wurden 200 Kilogramm Wasserpfeifen-Tabak sichergestellt, der offenbar zur Herstellung eigener Mischungen verwendet wurde. Nach einer Mitteilung des Hauptzollamts Ulm war in 53 Fällen das Steuerzeichen an den Tabak-Dosen beschädigt, weil der Inhalt für eigene Kreationen gemischt wurde. Doch das sei strafbar, erläutert ein Sprecher, denn auf diese Weise entsteht ein neues Produkt, das am Fiskus vorbei geraucht wird. Der Staat reagiert in solchen Fällen mit Verwarnungsgeld – in diesem Fall fielen insgesamt 2640 Euro an. Außerdem wurden 24 Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung eingeleitet. In einem Fall fanden Zollbeamte einen Schlagring.

Die Behörden sind längst sensibilisiert, wenn es um Shisha-Tabak geht. Nachdem sich vor wenigen Jahren noch ein rasanter Import auf diesem Gebiet abgezeichnet hat, wurde die illegale Einfuhr durch verstärkte Zollkontrollen eingedämmt. Laut Experten wird Wasserpfeifen-Tabak illegal längst auch in Deutschland hergestellt. Dabei ist Glycerin notwendig, um den Tabak feucht zu halten, gemischt wird die als gesundheitsgefährdend eingestufte klebrige Masse dann mit Aromastoffen. Waren es im Jahr 2013 nach Angaben des Zolls noch 87 Verfahren, so gingen die Behörden im vergangenen Jahr bereits 143 Fällen nach. Innerhalb von vier Jahren wurden auf diese Weise 1125 Tonnen Wasserpfeifen-Tabak illegal produziert. Ein Geschäft, das inzwischen floriert und nach Angaben der Fahnder internationaler Kontakte bedarf. Etwa in den arabischen Raum.