Ein deutscher Skifahrer ist im österreichischen Vorarlberg bei einem Lawinenabgang ums Leben gekommen. Das Unglück passierte am Sonntag in Schoppernau, sagte ein Polizeisprecher. Der 26-Jährige stammte aus dem bayerischen Landkreis Dachau.

Der Skifahrer war trotz hoher Lawinengefahr abseits der gesicherten Pisten unterwegs. Seine Begleiterin und die Bergrettung gruben ihn schnell aus den Schneemassen aus. Der junge Mann konnte jedoch nicht mehr reanimiert werden.

Am Sonntagabend meldete die Vorarlberger Polizei einen weiteren Lawinentoten im nahe gelegenen Gebiet von Damüls. Über seine Herkunft gab es vorerst keine Angaben.

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Snowboarder übersteht Nacht im Freien

Unverletzt gerettet werden konnte am Sonntag ein deutscher Snowboarder nach einer Nacht im Freien in Zell am See. Er habe in einer selbstgebauten Schneehöhle unter einem Baum übernachtet, berichtete der 23-Jährige aus Würzburg den Rettern. Zuvor habe er aufgrund schlechter Sichtverhältnisse unfreiwillig die Piste verfehlt und sei immer mehr in unwegsames Gelände gekommen. 

Eine erste Suchaktion wurde bei Dunkelheit, Schneefall und großer Lawinengefahr gegen 22.00 Uhr ergebnislos abgebrochen. Am Sonntagmorgen konnte der Snowboarder von einer Gondel aus mit einem Fernglas entdeckt werden. Wegen der Lawinengefahr wurde der Mann aufwendig in eine Gondel hochgezogen und unverletzt ins Tal gebracht. Der Snowboarder erzählte den Einsatzkräften auch, dass er die Bergretter in der Nacht gehört habe, doch diese wohl nicht seine Hilferufe.

Dieses von der Bergrettung zur Verfügung gestellte Foto zeigt die Retter im Einsatz: Nach einer Nacht im Freien konnte ein deutscher Snowboarder unverletzt gerettet werden.
Dieses von der Bergrettung zur Verfügung gestellte Foto zeigt die Retter im Einsatz: Nach einer Nacht im Freien konnte ein deutscher Snowboarder unverletzt gerettet werden. | Bild: BERGRETTUNG

Viele Unfälle im Südwesten

Der Wintereinbruch hat am Dreikönigswochenende im Südwesten zu Dutzenden von Unfällen und erheblichen Verkehrsbehinderungen geführt. Besonders stark waren der Schwarzwald und Teile der Schwäbischen Alb betroffenen.

Mehrere Menschen wurden verletzt, meist leicht. Allein aus dem Kreis Reutlingen wurden bis Sonntagnachmittag 40 – zumeist weniger schwere – Verkehrsunfälle mit insgesamt sieben Verletzten gemeldet.

Ein Autofahrer ist bei Schneeglätte ins Schleudern gekommen.
Ein Autofahrer ist bei Schneeglätte ins Schleudern gekommen. | Bild: Patrick Seeger

Zwei Schwerverletzte gab es bei einem Unfall durch Schneeglätte in Donzdorf (Kreis Göppingen). Ein 18 Jahre alter Fahrer war der Polizei zufolge mit seinem Auto zu schnell unterwegs, als er von der schneebedeckten Straße abkam und gegen ein Haus prallte. Der Fahrer und sein Beifahrer kamen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus.

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Ein Lkw kam durch die glatte Fahrbahn ins Rutschen und geriet von der Straße ab.
Ein Lkw kam durch die glatte Fahrbahn ins Rutschen und geriet von der Straße ab. | Bild: Patrick Seeger

 

Glücklicherweise nur Blechschäden gab es in Ulm, als ein Fahrer auf die Gegenfahrbahn geriet und mit einem Schneeschieber zusammenprallte. Hier blieben alle Beteiligten unverletzt.

In Kandern (Kreis Lörrach) verlor eine 41 Jahre alte Frau die Kontrolle über ihren Wagen, der mit einem Baumstumpf zusammenstieß und sich überschlug.

Ein 55 Jahre alter Fahrer kam ebenfalls im Kreis Lörrach in einer Kurve von der Fahrbahn ab, rutschte einen Abhang hinunter und prallte gegen einen Baum. In beiden Fällen wurde niemand verletzt.

Das Auto ist durch die Schneeglätte gegen die Leitplanke gefahren und überschlug sich daraufhin mehrfach.
Das Auto ist durch die Schneeglätte gegen die Leitplanke gefahren und überschlug sich daraufhin mehrfach. | Bild: dpa

Schneefrei an Schulen im Süden Bayerns

Aufgrund des starken Schneefalls fällt in mehreren Landkreisen im Süden Bayerns am Montag der Unterricht aus.

So dürfen Schüler an zahlreichen Schulen in den Landkreisen Miesbach und Traunstein und an drei Schulen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zu Beginn der neuen Woche zu Hause bleiben, wie das Kultusministerium am Sonntag mitteilte.

Im Landkreis Ostallgäu sowie im Stadtgebiet von Lindau fällt der Unterricht laut Ministerium an allen Schulen aus.

So wird das Wetter

Für die nächsten Tage hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) in den meisten Teilen des Südwestens Entwarnung gegeben. Lediglich im Bergland und in Oberschwaben bleibe es vorerst winterlich.

Tiefer gelegene Regionen müssten zu Beginn der Woche mit Regen rechnen, so der DWD. Zugleich warnte der Wetterdienst vor umgekippten Bäumen aufgrund der Schneemassen.

Erhebliche Verkehrsprobleme und hohe Lawinengefahr wurden vor allem aus den alpinen Regionen im benachbarten Bayern gemeldet.

Am Flughafen München gab es Störungen, die Lage beruhigte sich am Sonntag aber zusehends. Der starke Schneefall in Teilen Bayerns machte Autofahrern zu schaffen. Meistens blieb es bei Blechschäden. Im gesamten deutschen Alpenraum galt am Sonntag die zweithöchste Lawinenwarnstufe. (dpa)