Eine Tragödie wie in Italien ist auf den Autobahnen im Südwesten Baden-Württembergs nicht möglich, ist das zuständige Regierungspräsidium (RP) Freiburg überzeugt. Wie ein Sprecher auf Anfrage sagte, bestehen bei keiner A81-Brücke Zweifel an der Tragfähigkeit.

Daten des Bundesverkehrsministeriums weisen allerdings eine Vielzahl von Brücken im Verlauf der A81 aus, deren Zustand als „nicht ausreichend“ bewertet wird. Das entspricht der zweitschlechtesten von vier Bewertungskategorien.

Regelmäßig Kontrollen der Brücken

Mit Zweifeln an der Tragfähigkeit ist das aber nicht gleichzusetzen. „Wenn wie derzeit am Kreuz Hegau Brücken saniert werden, geht es oft um die Übergänge der Fahrbahn auf die Brücke“, sagt Sprecher Matthias Henrich.

Schäden und Verformungen an dieser seien nicht für die Statik relevant, sondern maximal eine Gefahr für darüberfahrende Autos. Ein Ersatzneubau wie bei der zuletzt erneuerten Immensitzbrücke sei derzeit bei keinem der Bauwerke geplant.

Zudem gäbe es regelmäßig Kontrollen der Brücken. Dabei gibt es drei Stufen, so Henrich: Jährlich werden die Brücken besichtigt und per Augenmaß kontrolliert. Alle drei Jahre werden die tragenden Teile genauer untersucht, etwa, indem man sie mit Werkzeug bearbeitet.

Alle sechs Jahre wiederum erfolgen laut Henrich ganz detaillierte Untersuchungen samt Probebohrungen in den Brückenkörper. Häufiger sei das nicht möglich, sonst würden die Bohrungen selbst den Baukörper beschädigen, so Henrich.

A81-Brücken bereiten Sorgen

Nach aktuellsten Zahlen von 2018 sind in Baden-Württemberg rund 16 Prozent der Brückenflächen an wichtigen Verkehrsstraßen in schlechtem Zustand. Ein sehr großer Teil davon sind die meist zwischen 1970 und 1980 errichteten und in die Jahre gekommenen Brücken der A81 oder über die A81.

Die Bauwerke der zuletzt an einigen Stellen sanierten oder ausgebauten A5 und A8 stehen dagegen deutlich besser da. Alles in allem sank der Anteil der maroden Brücken im Land deswegen zuletzt.

Deutschlandweit gibt es rund 40.000 solcher Brücken an Bundesfernstraßen. Nur rund jede Zehnte ist in gutem oder sehr gutem Zustand, 75 Prozent sind befriedigend oder ausreichend in Schuss. Elf Prozent sind nicht ausreichend gepflegt. Zwei Prozent sind sogar ungenügend erhalten, was eine beeinträchtigte oder nicht mehr gegebene Verkehrssicherheit bedeutet. Auch hier besteht aber nicht automatisch Einsturzgefahr, es kann beispielweise auch ein Gitterstab des Brückengeländers lose sein. Bei einer derart gefährdeten Brücke werden sofort Gegenmaßnahmen oder Sicherheitvorkehrungen getroffen, sagt das Bundesamt für Straßenwesen.