In der Region wird es ab 4. Juni nicht mehr möglich sein, die Schweizer Sender SRF1 und SRF2 zu empfangen – zumindest nicht über Kabel und weiterhin nur verschlüsselt über Satellit. Zuletzt hatte Kabelbetreiber Unitymedia mit der Schweizerischen Radio-und Fernsehgesellschaft (SRG) über eine weitere Austrahlung verhandelt. Ohne Erfolg: Aus rechtlichen Gründen dürfe die SRG die Sender nicht im Ausland zugänglich machen, so Unitymedia.

Das Problem bestätigt auch eine Sprecherin der SRG auf SÜDKURIER-Anfrage. Es scheitere an den Austrahlungsrechten für Blockbuster, Sport und Dokumentationen. Diese erwirbt die SRG ausschließlich für die Schweiz und Auslandsschweizer und darf sie dementsprechend auch nur dort verbreiten.

Bisher konnte man diese rechtliche Beschränkung zumindest im Grenzgebiet umgehen, da über den Verbreitungsweg DVB-T die SRG-Sendesignale über die Grenze schwappten und somit hier frei verfügbar waren. Unitymedia nahm diese auf und speiste sie ins Kabelnetz ein. Die SRG muss jedoch Geld sparen und verbreitet ab Juni ihre Programme nicht mehr über DVB-T. Damit gibt es keine Möglichkeit mehr, die beschränkten Sendelizenzen gebietsweise zu umgehen.

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Das jetzt unausweichliche Aus für die Schweizer Sender, die jahrzehntelang fester Bestandteil des Kabelprogramms waren, sorgt aber weiter für Unruhe. Felix Schreiner, CDU-Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Waldshut, spricht von einem „herben Verlust“.

Er hoffe, „dass im Austausch mit deutschen Fernsehanbietern Wege gefunden werden, um die rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit der Empfang der Schweizer Fernsehsender in Deutschland möglich bleibt.“ Er habe sich deswegen mit einem Schreiben an den Generaldirektor der SRG gewandt.

Etwas SRF bleibt

Zumindest Menschen mit Satelliten-Empfang müssen nicht ganz auf Schweizer Programm verzichten. Weiterhin frei in Deutschland empfangbar ist auf diesem Weg der Nachrichten-Sender SRF Info (über den Satellit Hotbird, Position 13.0° Ost, Transponder 17, Frequenz 11526 MHz, Polarisation horizontal). Über Kabel wird SRF info laut einem Unitymedia-Sprecher derzeit aber nicht verbreitet.

Für Internetnutzer bleibt zudem der Zugriff die Seite www.srf.ch/play oder die App SRF Play. Die SRG stellt hier weiterhin selbst produzierte Sendungen, bei denen keinen Rechtsprobleme bestehen, im Ausland zur Verfügung. Darunter sind auch Inhalte von SRF1 und 2. Zugang zu allen SRG-Sendern erhalten auch in Deutschland weiterhin alle Auslandschweizer.