Stuttgart – Zwei Monate vor der Kommunalwahl haben die Parteien ihre Kandidatensuche beendet – doch so mache Liste ist unvollständig geblieben. Vor allem in kleineren Orten ist es parteiübergreifend schwierig gewesen, Bürger für eine Kandidatur zu gewinnen. Bei der Wahl am 26. Mai sind rund 20 000 Mandate in den Gemeinden zu vergeben – und fast 2200 Sitze in den Kreistagen. Die Wahlvorschläge mussten bis zum Donnerstag eingereicht sein.

  • CDU: Generalsekretär Manuel Hagel sagt, insgesamt gelinge es gut, die Begeisterung für das politische Ehrenamt zu wecken. Wie viele CDU-Kandidatenlisten komplett sind, konnte eine Sprecherin – wie auch die Sprecher der anderen Parteien – zunächst nicht sagen, da der Überblick noch fehle. Zum Wahlziel sagt Hagel: „Wir wollen auch weiterhin die stärkste Partei auf kommunaler Ebene sein.“ Die CDU hatte vor fünf Jahren 27,9 Prozent der sogenannten gleichwertigen Stimmen bei den Gemeinderatswahlen geholt.
  • Wählergemeinschaften: Stärker waren zusammen die diversen Wählergemeinschaften, die Hagel aber nicht als Einheit sieht. Die Freien Wähler etwa, die vielerorts mit ihrem konservativen Profil vor allem eine Konkurrenz für die CDU sind, gibt es in Baden-Württemberg nicht als Landespartei.
  • SPD: Nach Angaben eines Parteisprechers lief die Kandidatensuche ähnlich wie 2014. Ob sich viele oder wenige Kandidaten fänden, hänge auch von den politischen Gegebenheiten in den jeweiligen Gemeinden und den Persönlichkeiten ab, die sich vor Ort darum kümmerten. Wo die Suche schwierig war, spielten nach Angaben des Sprechers praktische Probleme wie der Zeitaufwand für ein Mandat eine Rolle. „Insgesamt wollen wir mindestens so gut abschneiden wie beim letzten Mal.“ Die SPD holte vor fünf Jahren 16,4 Prozent bei den Gemeinderatswahlen.
  • Grüne: „Die Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten für die Gemeinderäte und Kreistage fiel uns angesichts unseres Mitgliederwachstums leichter als vor fünf Jahren“, sagt eine Sprecherin. Es seien auch neue grüne Listen entstanden. „Wir treten mit 400 grünen und grün-alternativen Listen an – das sind so viele wie noch nie.“ Der Kreisverband mit dem größten Zuwachs an Listen liege im ländlichen Raum: „Im Schwarzwald-Baar-Kreis hat sich die Zahl grüner Listen von fünf auf neun fast verdoppelt.“
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Die Suche nach Kandidaten sei in kleinen Gemeinden oft schwierig gewesen. „Besonders die Frage nach der Vereinbarkeit eines Mandats mit Beruf, Familie und weiteren Ehrenämtern spielt bei der Abwägung einer Kandidatur häufig eine wichtige Rolle.“ Die Grünen haben 2000 Mandate in den Gemeinderäten und Kreistagen als Zielmarke ausgegeben. Bislang sind es 1660 Mandate. 2014 erreichten die Grünen 8,5 Prozent bei den Gemeinderatswahlen.

  • FDP: Ein Sprecher sagt: „Insgesamt bekommen wir die Rückmeldung, dass es deutlich besser lief als noch im Jahr 2014.“ Die FDP sei flächendeckend mit Kreistagslisten vertreten. „Bei den Listen für die Gemeinderatswahlen sieht es ebenfalls sehr gut aus.“ Oft sei es in den Städten einfacher, die Listen zu füllen. „In ländlicheren Regionen war es zum Teil schwieriger." Die FDP will besser abschneiden als noch 2014. Damals holten die Liberalen bei den Gemeinderatswahlen 2,8 Prozent.
  • AfD: Vom AfD-Landesverband waren zunächst keine Angaben dazu zu bekommen, wie die Kandidatenaufstellung lief. Sprecher Thilo Rieger hatte aber vor einigen Tagen nach Angaben des „Mannheimer Morgen“ eingeräumt, dass seine Partei große Schwierigkeiten bei der Kandidatensuche habe. „Wir haben die Listen nicht mit Gewalt besetzt“, sagte er der Zeitung. Sonst habe man fünf Jahre lang Probleme mit unpassenden Vertretern in den Gemeinderäten. „In großen Städten haben wir die Listen voll.“
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