Zehntausende überwiegend junge Leute feierten am Wochenende friedlich beim Southside-Festival in Neuhausen ob Eck. Getrübt wird die positive Bilanz nur durch die Ergebnisse des Zolls, der auch in diesem Jahr wieder Kontrollen an den Zufahrtstraßen sowie am Bahnhof in Tuttlingen machte.

Unter dem Strich stehen über 100 Strafanzeigen

Die Ausbeute der Beamten kann sich sehen lassen. Nach Angaben des zuständigen Hauptzollamts Singen wurden – wie in den Vorjahren – "zahlreiche Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie weitere Vergehen festgestellt".

Letztlich geht es um 109 Strafanzeigen, die wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittel-, das Waffen- und das Tabakgesetz erteilt wurden, wie Pressesprecher Michael Hauck mitteilte. Weitere sechs Anzeigen habe es wegen Vergehen im zollrechtlichen Bereich und wegen Verstößen im Rahmen des Kraftfahrzeugsteuergesetzes gegeben. Außerdem machten sich fünf Personen verdächtig, unter Drogeneinfluss gefahren zu sein. Ein weiterer Festival-Besucher hatte mehrere Rauchbomben und Bengalfackeln dabei, in einem Fall fischten die Beamten eine Warnweste der Polizei aus dem Gepäck heraus – alles Gegenstände, die bei dem Festival nicht erlaubt waren.

Auch in Puncto Rauschgift ließen die Beamten erkennen, dass sie einen guten Riecher hatten. Die Liste der gefundenen verbotenen Mittelchen ist lang. In der Pressemitteilung des Zolls ist von 350 Gramm Marihuana die Rede, das sichergestellt wurde. Außerdem sollen eine ganze Reihe kleiner Mengen an Haschisch, Amphetaminen, Kokain, Ecstasy-Tabletten und psychoaktive Pilze – in Kennerkreisen auch als Magic Mushrooms bekannt – bei Besuchern gefunden worden sein.

"Daneben wurden noch zahlreiche Joints, zwei verbotene Messer, ein Schlagring, diverse Patronen für Schusswaffen, mehr als 1,5 Kilogramm sogenannte Brownies (Cannabis-Kuchen)" bei den Besuchern gefunden, so Hauck weiter. Und schließlich brachten die Zollbeamten auch noch 3200 gefälschte Zigaretten mit.

Kontrolliert wurde mit einem technisch hoch gerüsteten Personal über zwei Festivaltage lang. Dabei waren 124 Beamte im Einsatz, untersützt von mehreren Rauschgiftspürhunden und einer mobilen Röntgenanlage zum Durchleuchten von Gepäck. Allein 1000 Gäste wurden nach Angaben des Pressesprechers gefilzt, außerdem noch 240 Fahrzeuge durchsucht. Aus Sicht der Polizei verlief das Festival friedlich. Die Beamten hatten es nur mit Staus, dem Diebstahl eines Stromaggregats und einer Körperverletzung zu tun: So hatte eine junge Frau am Samstag eine Bierdose auf den Kopf bekommen.

Einen Blick hinter die Kulissen des Southside-Festivals sehen Sie hier