Das Land rühmt sich gerne seiner Kultushoheit: Kein Stück wollte man davon abgeben, als es jüngst um den Digitalpakt ging. In Sachen Klimademos aber scheut sich Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) vor klaren Ansagen. Wenn es nach ihr geht, sollen die Schüler bitteschön in ihrer Freizeit demonstrieren und sich im Unterricht mit dem Klima befassen. Das ist schön und gut – nur, die Schüler haben anderes im Sinn. So bleibt es Sache der Schulen oder gar der einzelnen Lehrer, zu entscheiden, wie man mit massenhaftem Fehlen umgeht.

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Entsprechend individuell wird reagiert: Die einen bekommen eine Sechs für den versäumten Test verpasst, vereinzelt sollen sich die Einträge häufen – mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen. Bei den anderen drückt der Lehrer einfach ein Auge zu. Im Sinne der Leistungsgerechtigkeit, die sonst an Schulen gepflegt wird, ist das jedenfalls nicht. Eisenmann muss Farbe bekennen: Es braucht einen moderaten Umgang mit den Klimastreiks – und zwar für alle.