Es ist geschafft. Nahezu pünktlich um kurz nach elf Uhr morgens liefen vier Stehpaddler im Hafen von Friedrichshafen ein, munter von Schaulustigen beklatscht. Drei Stunden und 45 Minuten hatten sie gebraucht, um die 21 Kilometer vom schweizerischen Rorschach aus über den Bodensee ans deutsche Ufer zu schaffen. Ein Rekord, denn es war eine Erstüberquerung auf acht Beinen.

David Hoppensack, Dario Aemisegger, Alain Luck und Boris Bischof (v.l.) freuen sich über ihre gelungene Erstüberquerung des Bodensees. Bild: Anette Bengelsdorf
David Hoppensack, Dario Aemisegger, Alain Luck und Boris Bischof (v.l.) freuen sich über ihre gelungene Erstüberquerung des Bodensees. | Bild: fotorausch.ch / Cyrill Schlauri / Bengelsdorf

Die Idee dazu wurde aus Sehnsucht geboren. "Manchmal sitze ich am Bodensee", erzählte kürzlich noch einer der vier Schweizer, Dario Aemisegger, "und man sieht das andere Ufer nicht". Grund genug für den 41-jährigen sich eines dunstigen Tages zu überlegen, wo man an Land käme, würde man von Rorschach aus einfach geradeaus nach Norden paddeln.

Seit dem Frühjahr wird geübt

Man bräuchte einen Kompass, Proviant, Wasser und eine Rettungsweste, dann käme man nach Friedrichshafen, ganz einfach. So wurde aus einer Schnapsidee ein Projekt und Dario Aemisegger, der vor ein paar Jahren für sich das Stehpaddeln entdeckt hat – holte sich drei weitere Paddler auf den See: Neben Boris Bischof konnte er David Hoppensack und Alain Luck für seine Idee begeistern.

Video: Wälli AG / Alexander Wimmer

Ganz ohne Vorbereitung wollten sie ihr Abenteuer über die Distanz von 21 Kilometern nicht angehen, und so wurde seit dem Frühjahr intensiv geübt. An diesem Dienstag nun, um 7.25 Uhr, war es so weit. Auf den neuesten und besten Brettern, die sie bekommen konnten, legten die vier Erstüberquerer im Hafenbecken von Rorschach los. "Es sah zunächst so aus, als ob der See ganz ruhig wäre", schildert Boris Bischof das Abenteuer. Doch in der Mitte hatten sie mit hohen Wellen zu kämpfen, die der Nordostwind von Bregenz herschob.

Anspruchsvoll und einseitig

So mussten sie, anders als üblich, immer auf derselben Seite paddeln, um nicht abgetrieben zu werden. "Das machte das ganze sehr anspruchsvoll und einseitig", berichtete er. Doch mit den beiden begleitenden Segelbooten fühlten sich auch die Amateure zu jeder Zeit sicher. "Wir haben die Verpflegung und die Getränke unterwegs ausgegeben", berichtet Sandra Bischof, die die Männer auf dem Beiboot begleitete. Kurz nach elf Uhr – nach drei Stunden und 45 Minuten – liefen die vier mit ihren beiden Begleitbooten in den Bundesbahnhafen ein.

Als Zeichen, dass noch genügend Kräfte vorhanden waren, machte Boris Bischof einen Kopfstand auf seinem Tourenbrett und Alain Luck paddelte einbeinig weiter. Ob man nächstes Jahr dann von Friedrichshafen nach Rorschach paddeln sollte? – "Bei uns würde bei der Ankunft die Stadtmusik aufspielen", meint eine Schweizer Begleitfahrerin zuversichtlich.