Erneut sind Unwetter über einige Landesteile von Baden-Württemberg gezogen und haben zu zahlreichen Einsätzen von Polizei und Feuerwehr geführt. Vor allem den Kreis Heilbronn hatte es getroffen. „Wir haben mehr als 450 Rettungseinsätze gezählt“, sagte ein Sprecher der Polizei am Sonntagmorgen. Straßen waren überflutet worden, Keller und Tiefgaragen liefen voll. Abgerissen Äste mussten am Samstagabend von den Straßen geräumt werden. „Auch einige Firmen und Betriebe meldeten Land unter“, sagte der Sprecher. Es gab keine Verletzten. Wie hoch der Schaden ist, war zunächst unklar.

Das Unwetter traf auch ein Konzert der Sängerin Sarah Connor im Heilbronner Wertwiesenpark. „Das Konzert wurde witterungsbedingt noch vor Beginn abgesagt“, sagte ein Sprecher der Polizei am Sonntag. Rund 3500 Fans waren zu dem Konzert erwartet worden.

Die Feuerwehr war vor allem in der Heilbronner Innenstadt sowie in den Stadtteilen Horkheim und Sontheim im Einsatz. Wegen des Unwetters hatten Brandmeldeanlagen ausgelöst, wie der Kreisfeuerwehrverband Heilbronn mitteilte. Die Rettungskräfte seien auch zu mehreren Türöffnungen gerufen worden. Ein zunächst gemeldeter Blitzeinschlag in einen Kirchturm in Sontheim stellte sich als Fehlalarm heraus.

In der Stadt Heilbronn traf es die Feuerwehr selbst. Der heftige Regen setzte dort die Hauptfeuerwache unter Wasser - ausgerechnet als die Feuerwehrleute zu einem Tag der offenen Tür einluden. Auch in eine Außenstelle des Polizeipräsidiums Heilbronn sei Starkregen eingedrungen, teilte ein Sprecher der Polizei mit. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) verzeichnete im Raum Heilbronn innerhalb einer Stunde am Samstagabend bis zu 60 Liter Starkregen pro Quadratmeter.

Auch in anderen Landesteilen Baden-Württembergs waren Rettungskräfte wieder im Einsatz. In Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen) musste die Feuerwehr vollgelaufene Keller auspumpen. In Trochtelfingen (Kreis Reutlingen) stürzte ein Baum auf ein Wohnhaus. Laut Polizei wurde niemand verletzt. An einer Bahnstrecke bei Rheinfelden (Kreis Lörrach) schlug ein Blitz ein. Es kam zu Verspätungen, wie die Bahn mitteilte.

Im Raum Ludwigsburg trafen laut Polizei mehrere Blitze Wohnhäuser. Es kam zu Überspannungen. Schäden waren zunächst nicht bekannt. Auf der Autobahn 81 kam eine 32 Jahre alte Autofahrerin bei Starkregen ins Schleudern und prallte gegen die Leitplanke. Zunächst konnten einige Autofahrer noch bremsen, eine 21-Jährige bemerkte die Unfallstelle jedoch zu spät und fuhr auf zwei Autos vor ihr auf. Insgesamt wurden bei den zwei Unfällen laut Polizei sechs Menschen leicht verletzt.

Bereits am Freitagabend und in der Nacht zum Samstag waren Rettungskräfte wegen teils schwerer Unwetter in vielen Landesteilen im Einsatz. Im Norden des Kreises Karlsruhe liefen Keller voll, Wasser stand auf den Straßen. Im Kreis Ravensburg verunglückte eine Motorradfahrerin bei Starkregen tödlich. In Au am Rhein (Landkreis Rastatt) schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein. Der Dachstuhl ging in Flammen auf. Es entstand ein Schaden von rund 300 000 Euro.

Nach einer kurzen Pause am Sonntag, an dem die Unwettergefahr laut Wetterdienst zunächst etwas abgenommen hatte, drohten ab Montag neue, kräftige Gewitter und Starkregenfälle. „Die werden auch wieder häufiger auftreten als zuletzt“, sagte Sarah Jäger, DWD-Meteorologin in Stuttgart am Sonntag. Erst ab Wochenmitte sei mit einer Wetterberuhigung zu rechnen. „Ab Mittwoch lassen wir die Gewitter erst einmal hinter uns“, hieß es.