Da kitzelt was den Himmel. Das größte Funkenfeuer der Welt ist angerichtet. Auf einer großen Freifläche im österreichischen Lustenau steht der rund 58 Meter hohe Holzturm kurz vor seiner Fertigstellung. „Jetzt ist er 40 Meter hoch. Es fehlen noch der 13 Meter lange Spitz sowie die Hexe. Dann steht dem Anzünden am kommenden Samstag nichts mehr im Wege“, reibt sich Funkenzunft-Hofstalden-Obmann Marco Hollenstein bereits die Hände. Um 20 Uhr soll der Holzturm in dem Vorarlberger Grenzort zur Schweiz in Flammen aufgehen.

Hollenstein ist dieser Tage ein gefragter Mann. Medien beanspruchen ihn permanent, alle wollen alles über den Funken wissen. Schon gar, nachdem dieser – entsprechendes Wetter vorausgesetzt – am kommenden Samstag auch tatsächlich angezündet werden darf. „Nach der Spitze, die in Leichtbauweise aus Brettern konstruiert wurde, kommt dann am Samstag mit entsprechendem Zeremoniell die Hexe drauf“, erzählt Hollenstein.

Am Samstag werden im Lustenauer Glaserweg, wo der Funken steht, über 10 000 Menschen erwartet, wenn der Turm angezündet werden soll. 58,6 Meter soll dieser dann hoch sein. Er steht auf einem eigens zementierten Fundament. Der bisherige Rekord für einen Funken liegt bei 47 Meter. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes bonfire aus dem norwegischen Alesund. Eine Delegation aus Norwegen hat sich für kommenden Samstag in Lustenau angesagt. Der geplante Rekordfunken in der Marktgemeinde hatte im Vorfeld für rege Diskussionen gesorgt.

Anzeige gegen Bürgermeister

Umweltschützer beklagen eine zu hohe Feinstaubbelastung und geißeln das Projekt als umweltschädliche, sinnlose Rekordjagd. Eine grüne Gemeinderätin kritisierte, das ausgerechnet eine Hexe, also eine Frauenfigur an der Spitze thront und verbrannt wird. Der Obmann des Alpenschutzvereins, Franz Ströhle, sprach von „reiner Gigantomanie, Krieg gegen die Natur“. Der 69-Jährige hatte in diesem Zusammenhang sogar den Lustenauer Bürgermeister Kurt Fischer angezeigt. Letztlich hat dieser nach Einforderungen strenger Sicherheitsmaßnahmen den Funken genehmigt.

Im Sinne einer problemlosen Anreise zum Funken hat der Vorarlberger Verkehrsverbund ein Konzept zur Gratis-Anreise mit Bus und Bahn erstellt. Extra eingerichtete und auf die Züge abgestimmte Shuttlebusse bringen die Besucher zwischen 16.05 bis 00.20 Uhr im Halbstundentakt vom Bahnhof Dornbirn Schoren zur Haltestelle Sägerstraße in unmittelbarer Nähe des Funkenplatzes und wieder retour.