Die aktuellen Wasserstände und Warnungen gibt es auf der Seite der Hochwasservorhersagezentrale für Baden-Württemberg unter www.hvz.lubw.baden-wuerttemberg.de

Überschwemmungen und Erdrutsche haben die Rettungskräfte in St. Blasien im Hochschwarzwald in Atem gehalten. Die Häuser eines kompletten Straßenzugs seien am Abend wegen Überschwemmungen evakuiert worden, teilte die Polizei in Freiburg mit. Rund 120 Anwohner wurden in eine Turnhalle gebracht. Im Laufe der Nacht entspannte sich die Lage: Die Bewohner konnten bis zum Morgen in ihre Häuser zurück.

Auch andernorts entspannte sich die Lage am Freitag. Am Mittag gab das Landratsamt Entwarnung: Bei Brigach, Breg und Donau sei kein weiterer Anstieg der Pegelstände zu erwarten. Innenminister Thomas Strobl dankte den mehreren Tausend Helfern unter anderem von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Bergwacht für ihren Einsatz. Das Ministerium warnte davor, dass es wegen durchnässter Böden und hoher Wasserstände auch in den nächsten Tagen noch zu Hangrutschen, umstürzenden Bäumen und vollaufenden Kellern kommen könne. Uferbereiche und Wälder sollten nicht betreten werden.

Noch am Donnerstagabend habe man in St. Blasien darüber nachgedacht, ob Katastrophenalarm ausgelöst werden müsse, sagte ein Polizeisprecher am Morgen. An einigen Stellen rutschten Hänge ab. Im Laufe der Nacht relativierten die Einsatzkräfte ihre Annahmen: St. Blasien blieb von einer Katastrophe verschont.

Großalarm in St. Blasien 

Rettungskräfte waren mit einem großen Aufgebot vor Ort. Die Feuerwehr hatte Großalarm ausgelöst. Menschen seien in St. Blasien und dem ebenfalls betroffenen Ortsteil Menzenschwand nicht verletzt worden.

Im Bereich Menzenschwand ist allerdings eine Trinkwasserleitung geborsten, wie die Polizei am Freitagmorgen meldete. Eine Verschmutzung des Trinkwassers in Menzenschwand kann nicht ausgeschlossen werden, Bewohner sollen das Trinkwasser vorsorglich abkochen. Wie hoch der Schaden ausfiel, war am Freitag noch unklar. 

In weiteren Teilen Baden-Württembergs hatte die Polizei mit überfluteten Straßen zu tun. Im Rhein-Neckar-Kreis wurden etwa Fahrzeuge vorsorglich abgeschleppt, damit sie nicht weggespült werden konnten, wie eine Polizeisprecherin in Mannheim sagte.

Kampf gegen Wassermassen auch in Lenzkirch

Nach Angaben der Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg (LUBW) bestand in der Nacht eine starke Hochwassergefährdung für viele Teile des Landes. Bei einer solchen Warnlage sind etwa auch größere Überflutungen von bewohnten Gebieten möglich.

Am Morgen kurz vor 6 Uhr galt die Frühwarnung der höchsten Stufe noch für Mannheim, Heidelberg und Freiburg sowie den Rhein-Neckar-Kreis und die Kreise Breisgau-Hochschwarzwald und Waldshut.

Mit Blick auf den gesamten Südwesten bezeichnete ein Polizeisprecher in Stuttgart die Lage am frühen Freitagmorgen als „nicht dramatisch“.

Auch in Lenzkirch kämpften in der Nacht hunderte Helfer gegen Wassermassen. Dort wurde die Haslach zu einem reißenden Fluss. Zahlreiche Keller und Straßen wurden überflutet, eine Brücke musste abgerissen werden.

Video: kamera24

 

 

Mit Holzwänden und tausenden Sandsäcken versuchten die Feuerwehren, Wohnhäuser vor den Wassermassen zu schützen. Der Einsatzleiter der Feuerwehr, Andreas Wangler, sprach von extremem Hochwasser wie schon seit Jahren nicht mehr.

 

Feuerwehr in Furtwangen im Dauereinsatz

Die Hochwasserlage spitzte sich sich am Donnerstagabend auch in Furtwangen zu. Wie Feuerwehr-Gesamtkommandant Manfred Hoch auf Anfrage bestätigte, gab es vor allem am Abend mehrere Einsätze. Dauerregen und Schmelzwasser ließen die Bäche über die Ufer treten. Durch drückendes Grundwasser liefen zudem mehrere Keller voll.

Über Stunden hinweg waren am Donnerstagabend und in der Nacht auf Freitag die Feuerwehren auch im Bereich Furtwangen unterwegs.
Über Stunden hinweg waren am Donnerstagabend und in der Nacht auf Freitag die Feuerwehren auch im Bereich Furtwangen unterwegs. | Bild: kamera24

Auch in Vöhrenbach und Triberg liefen Keller voll, in Triberg sogar ein Trafo-Häuschen - ein Kurzschluss drohte, so die Polizei. Durch die großen Wassermengen musste die Kreisstraße 5730 (Katzensteigstraße) zwischen Furtwangen und Schönwald ab 22.45 Uhr und die Landesstraße 180 zwischen Wolterdingen und Hammereisenbach-Bregenbach ab 21.10 Uhr wegen des Hochwassers komplett für den Verkehr gesperrt werden. 

Die Bundesstraße 500 im Bereich Hinterschützenbach und in Höhe Bergsee sowie die Landesstraße 175 zwischen St. Georgen-Brigach und Hochwald waren zeitweise überflutet. 

Wolfbach tritt über die Ufer

Zwischen Brigachtal-Überauchen und Rietheim trat der Wolfbach über die Ufer und setzte eine Verbindungsstraße zwischen den beiden Ortschaften unter Wasser. Gleiches Bild zwischen Donaueschingen-Grüningen und Aufen: Auch hier war die Straße wegen Überflutung für den Verkehr nicht mehr passierbar. Neben den Überflutungen wurde der Verkehr auf zahlreichen Straßen durch umgestürzte Bäume behindert, berichtet die Polizei.