Ein strahlendes Brautpaar und ein strahlender Sonnenuntergang: Die Kulisse war prächtig beim Valentinstag-Event am ThyssenKrupp-Testturm in Rottweil. Das junge Paar, Pia und Timo aus Dunningen bei Rottweil, war eingeladen worden, den symbolischen Knopf für die neue Beleuchtung des Testturms zu drücken. Die beiden hatten sich nämlich am 14. April letzten Jahres als erstes Brautpaar auf dem Turm das Jawort gegeben.

Pia und Timo aus Dunningen, ihren Namen und ihr Alter wollten sie nicht verraten, drücken gemeinsam den Auslöser, der den Rottweiler Testturm zum Leuchten bringt.  Bild: Jürgen Bögelspacher
Pia und Timo aus Dunningen, ihren Namen und ihr Alter wollten sie nicht verraten, drücken gemeinsam den Auslöser, der den Rottweiler Testturm zum Leuchten bringt. | Bild: Jürgen Bögelspacher

Doch der Countdown lief zunächst ins Nichts: Für die Turmbeleuchtung war es einfach noch zu hell um 17.44 Uhr, dem Zeitpunkt des Sonnenuntergangs. Man habe sich das in der Firmenzentrale in Essen ausgedacht, betonte Turmmanagerin Beate Höhnle. Sie selbst hätte einen späteren Zeitpunkt gewählt.

Das könnte Sie auch interessieren

Doch die Lampen waren an, und bei Sekt und Häppchen konnte man die Dunkelheit abwarten und schließlich doch noch das goldfarben Licht aus den 24 Strahlern sehen, die den Turm, so Beate Höhnle, in ein Kunstwerk verwandeln. Sie sind rund um den Turm angebracht und beleuchten ihn von unten. Das ursprüngliche Konzept, den Turm selbst leuchten zu lassen, stellte sich schließlich als nicht machbar heraus.

Nicht nur beleuchtet ist der Turm ein echter Hinkucker.
Nicht nur beleuchtet ist der Turm ein echter Hinkucker. | Bild: Achim Mende

In der Valentinsnacht konnte man das bis ein Uhr nachts genießen, jetzt ist erst einmal Schluss. Denn von heute an bis 15. Mai muss Rücksicht auf die ziehenden Vogelschwärme genommen werden, die durch das Licht irritiert und abgelenkt werden könnten. "Das steht so im städtebaulichen Vertrag, den wir mit Rottweil vereinbart haben", sagt Hardy Stimmer, der den Turmbau koordiniert hat.

Nebelsensor sorgt für Klarheit

Den Sommer über wird der Testturm, in dem Thyssen Krupp den Multi testet, also den Aufzug, der nicht an Seilen, sondern an einer Magnetbahn hängt, jede Nacht bis ein Uhr und morgens ab fünf Uhr beleuchtet. Außer bei Nebel, denn dann sieht man den Turm ohnehin nicht.

Ein einzigartiges Panorama rundet das Gesamtbild ab.
Ein einzigartiges Panorama rundet das Gesamtbild ab. | Bild: Achim Mende

"Die Strahler haben einen Nebelsensor", so Jürgen Duffner von der Firma Hess, die die Lampen konstruiert hat. Das Brautpaar Pia und Timo jedenfall genoss den großen Augenblick, die vielen Kameras, die auf sie gerichtet waren, sichtlich. "Wir haben uns sehr gefreut, dass man uns gefragt hat!"

Der Turm zieht jedes Jahr tausende Besucher an.
Der Turm zieht jedes Jahr tausende Besucher an. | Bild: Achim Mende

Der Testturm mit der höchsten Aussichtsplattform in Deutschland, der zwölf Aufzugsschächte hat, wurde zwischen 2014 und 2017 errichtet und am 7. Oktober 2017 eröffnet.