Nach Protesten von Umweltschützern stoppt der Europa-Park seine Pläne zum Bau einer Seilbahn nach Frankreich. In den nächsten fünf Jahren werde der Freizeitpark bei den Behörden keinen Antrag auf Genehmigung stellen, teilte Geschäftsführer Michael Mack mit. Naturschützer freuten sich über die Entscheidung, bleiben aber weiterhin skeptisch.

Diese fünf Jahre sollen für Gespräche mit Naturschützern und eine intensive Bürgerbeteiligung genutzt werden, so Mack. Ziel sei es, Bedenken auszuräumen und zu einvernehmlichen Lösungen zu kommen. Die Baupläne liegen bis dahin auf Eis. Geplante Bürgerdialoge plane der Park gemeinsam mit den zuständigen Kommunen.

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Axel Mayer, der Geschäftsführer der Naturschutzorganisation BUND am südlichen Oberrhein, begrüßte die Entscheidung. Er ist einer der heftigsten Kritiker des Projekts und wird das auch weiterhin bleiben, wie er im Gespräch mit dem SÜDKURIER betonte: "Das Naturschutzgebiet Taubergießen bleibt weiterhin ein Tabu." Er äußerte den Verdacht, dass der Europa-Park zwar ein neues Kommunikationskonzept fährt, aber dennoch der Bau der Seilbahn durch das Taubergießen das eindeutige Ziel bleibt.

Wunsch nach besserer ÖPNV-Anbindung 

Den Zeitrahmen von fünf Jahren für Gespräch hält er für angemessen. Er wünscht sich allerdings statt einer Seilbahn eine bessere Anbindung des Parks an den ÖPNV. Überrascht hat ihn der plötzliche Schritt des Europa-Parks aber nicht: "Es gab viel Gegenwind in der Region, da war fast klar, dass sie ihre Kommunikation umstellen müssen."

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An das Vorhaben selbst glaube er weiter, bestätigte Mack auch selbst. Eine Seilbahn entlaste als umweltfreundliches Verkehrsmittel die Straßen, verringere den Autoverkehr und schaffe zusätzliche Arbeitsplätze. Mayer sieht in einer Seilbahn keine grüne Alternative, wenn sich Autoverkehr dadurch nur auf die andere Rheinseite verlagert.

Die umstrittenen Pläne zum Bau einer grenzüberschreitenden Seilbahn waren Anfang November bekannt geworden. Der Europa-Park hatte sie zuvor in Straßburg Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) vorgestellt. Macron hatte sie danach publik gemacht.