Nur noch den Tod konnte der Notarzt bei einem 56-jährigen Autofahrer feststellen, der am Mittwochnachmittag bei einem Überholvorgang auf der K 7962 frontal mit einem entgegenkommenden Pkw-Lenker zusammengestoßen ist. Wie sich später am Abend herausstellte, handelte es sich bei dem Fahrer um Friedrich Herzog von Württemberg.

Laut Polizei war dieser nach den bisherigen Erkentnissen gegen 15.40 Uhr in Richtung Fronhofen gefahren und hatte kurz nach Ebenweiler einen vorausfahrenden Traktor mit Anhänger überholt. Hierbei übersah er offensichtlich einen entgegenkommenden 30-jährigen Autofahrer und kollidierte mit dessen Pkw.

Während der 56-Jährige noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen erlag, erlitten der 30-Jährige und seine beiden Mitfahrer leichtere Verletzungen. Sie wurden alle drei vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. An den Fahrzeugen entstand ein Gesamtsachschaden von nahezu 100.000 Euro.

 

Reaktionen zum Tod von Friedrich Herzog von Württemberg

 

Noch am Abend erschien eine Pressemitteilung des Hauses Württemberg, welche im Wortlaut Folgendes besagt:

"Durch einen tragischen Verkehrsunfall ist am Mittwoch, dem 09. Mai 2018, Friedrich Herzog von Württemberg im Alter von 56 Jahren tödlich verunglückt. Er hinterlässt seine Frau, Marie Herzogin von Württemberg geb. Prinzessin zu Wied und drei erwachsene Kinder, Herzog Wilhelm (23), Herzogin Marie-Amélie (22) und Herzogin Sophie-Dorothée (20).

Friedrich Herzog von Württemberg leitete die Hofkammer des Hauses Württemberg, die private Verwaltung des Hauses Württemberg.

Durch sein umfangreiches Engagement war er in vielen sozialen und kulturellen Institutionen im Land Baden-Württemberg, beispielsweise der Olgäle Stiftung Stuttgart, der Vereinigung der Freunde der Universität Tübingen e.V. Stuttgart, der Kunststiftung Baden-Württemberg und vielen anderen, sehr verbunden.

Die herzogliche Familie und das gesamte Haus Württemberg sind tief erschüttert."

 

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Stellungnahme von Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand

"Friedrich Herzog von Württemberg wird uns und unserer Stadt fehlen. Wir trauern mit der herzoglichen Familie, seinen Freunden und seinen Mitarbeitern, die Nachricht von seinem Tod hat uns alle zutiefst erschüttert und fassungslos gemacht.

Friedrich Herzog von Württemberg engagierte sich in Friedrichshafen und weit darüber hinaus in vielen Bereichen, im Sport, kulturell und sozial. Dabei zeigte er sich als verlässlicher, interessierter und vor allem zugewandter und wertschätzender Partner. Was ihn dabei immer besonders auszeichnete, war seine zurückhaltende und zugleich verbindliche und wohlwollende, den Menschen zugewandte Art. Bewusst hatte er mit seiner Familie den Wohnsitz in Friedrichshafen gewählt und zeigte damit nicht nur seine tiefe persönliche Verbundenheit zu dieser Stadt, sondern auch eine über zwei Jahrhunderte gewachsene Verbundenheit des Hauses Württemberg mit Friedrichshafen, seiner Geschichte und Tradition sowie der weiteren Entwicklung dieser Stadt. Wir vermissen ihn und sind in Gedanken und unserer Trauer nun besonders bei seiner Familie. Ihr gilt unsere Anteilnahme und unser tief empfundenes Mitgefühl."

 

Stellungnahme von Lothar Wölfle, Landrat des Bodenseekreises

„Die Nachricht vom Tod von  Herzog Friedrich habe ich erhalten, als ich von einer Abendveranstaltung in Frickingen zurück kam - und wollte sie nicht glauben. Die Nachricht hat mich wirklich sehr betroffen gemacht. Bei allem Verlust für die Region gilt dennoch der erste Gedanke seiner Frau, den Kindern und der Familie. Ich mochte Herzog Friedrich einfach als Mensch, ich mochte seinen Humor, seine Heimatverbundenheit. Er hatte ein feines Gespür für seine Mitmenschen, vor allem auch für die, denen es weniger gut geht.  Er wird mir als Gesprächspartner auch ganz persönlich fehlen.“ 

 

Die Zeppelin Universität trauert um ihren Kuratoriumsvorsitzenden Friedrich Herzog von Württemberg

Mit Erschütterung und Trauer reagierte die Zeppelin Universität (ZU) in Friedrichshafen auf den Tod des Herzogs. „Wir alle sind fassungslos und bestürzt, dass Herzog Friedrich aus dem Leben gerissen wurde “, sagte Präsidentin Insa Sjurts am Donnerstag in Friedrichshafen. „Wir sind tief traurig, einen so verlässlichen und kenntnisreichen Berater, Förderer und Freund der ZU verloren zu haben.“

Herzog Friedrich habe die Entwicklung der Zeppelin Universität seit ihrer Gründung im Jahre 2003 von Anfang eng und enthusiastisch begleitet, nicht zuletzt als Vorsitzender des Kuratoriums der ZU. Wir haben ihn als gütigen, herzlichen und zugewandten Menschen gekannt und geschätzt. „Wann und wo immer wir ihn brauchten, war er für uns da. Ein großer Mensch ist gegangen. Die Universität wird die Erinnerung an ihn wach und sein Andenken in Ehren halten. Unsere Gedanken und unser tief empfundenes Mitgefühl sind nun besonders bei seiner Familie", sagte Insa Sjurts.