Tiefe Trauer und Betroffenheit im Hause Württemberg und in der Region. Friedrich Herzog von Württemberg ist am vergangenen Mittwochnachmittag bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei ist Herzog Friedrich mit seinem Auto im Landkreis Ravensburg auf der Kreisstraße 7962 zwischen Ebenweiler und Fronhofen unterwegs gewesen.

Der 56-Jährige überholte einen Traktor mit Anhänger und habe offenbar das entgegenkommende Fahrzeug eines 30-Jährigen übersehen. Es gab einen schweren Frontalzusammenstoß. Friedrich Herzog von Württemberg erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen, der Notarzt konnte nur noch den Tod des Herzogs feststellen. Der 30-Jährige und zwei Mitfahrer erlitten laut Polizei leichtere Verletzungen. Sie wurden vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht.

Rettungskräfte am Unfallort.
Rettungskräfte am Unfallort. | Bild: Elke Obser (dpa)

"Er war den Menschen zugewandt" 

Der verstorbene Herzog Friedrich, Leiter der Hofkammer des Hauses Württemberg, galt als bodenständig. Er war verantwortlich für das traditionsreiche, 40 Hektar messende herzogliche Weingut, für etwa 1000 Hektar landwirtschaftliche Flächen, für Wälder, Liegenschaften und Immobilien. Durchaus erwähnte er, dass die Wurzeln des Hauses Württemberg aus Grund und Boden kommen. 

Daran wolle er festhalten und die Bereiche so weiterentwickeln, dass nachfolgende Generationen Freude daran haben. Bis zur Klärung des zukünftigen Vorsitzes der Direktion wird die Hofkammer von Hofkammerdirektor Henrik M. Lingenhölin geleitet, der seit 2008 der Direktion angehört.

Er war vielfältig und ehrenamtlich engagiert: Friedrich Herzog von Württemberg an seinem Schreibtisch im Schloss Friedrichshafen. <em>Bild: Brigitte </em><em>Geiselhart</em>
Er war vielfältig und ehrenamtlich engagiert: Friedrich Herzog von Württemberg an seinem Schreibtisch im Schloss Friedrichshafen. Bild: Brigitte Geiselhart | Bild: Picasa

Ein besonderes Anliegen waren Herzog Friedrich laut Hofkammer bei der Ausübung seiner Tätigkeiten immer die Menschen, die hinter den Aufgaben und Projekten stehen: „Er war den Menschen zugewandt und hatte für seine Mitarbeiter stets ein offenes Ohr.“

Reaktionen auf den Tod von Herzog Friedrich

Herzog Friedrich war ehrenamtlich vielfältig engagiert. In einer Beileidsbezeigung erklärte Lothar Wölfle, Landrat des Bodenseekreises: Die Nachricht vom Tod von Herzog Friedrich habe ihn tief betroffen gemacht. „Bei allem Verlust für die Region gilt dennoch der erste Gedanke seiner Frau, den Kindern und der Familie.“ Herzog Friedrich habe „ein feines Gespür für seine Mitmenschen“ gehabt, „vor allem auch für die, denen es weniger gut geht.“

Tief betroffen zeigte sich auch Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand. Herzog Friedrich habe sich in vielen Bereichen wie etwa im Sport, kulturell und sozial engagiert. OB Brand weiter: „Was ihn immer besonders auszeichnete, war seine zurückhaltende und zugleich verbindliche und wohlwollende, den Menschen zugewandte Art.“

Bewusst habe Herzog Friedrich mit seiner Familie den Wohnsitz in Friedrichshafen gewählt und zeigte laut Brand damit „eine über zwei Jahrhunderte gewachsene Verbundenheit des Hauses Württemberg mit Friedrichshafen, seiner Geschichte und Tradition sowie der weiteren Entwicklung dieser Stadt“. Herzog Friedrich war ein überzeugter Katholik, wie es heißt lebte er aktiv die Ökumene und unterstützte in gleichem Maße auch evangelische Einrichtungen.

Kirchen sprechen Beileid aus

Auch die Kirchen in Württemberg haben ihr Beileid ausgesprochen. In einem Kondolenzschreiben an die Familie drückte der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst sein Mitgefühl aus und würdigte das Engagement des Herzogs für Gesellschaft und Kirche.  Die Menschen in der Region Bodensee-Oberschwaben seien ihm besonders am Herzen gelegen. 

Auch der württembergische evangelische Landesbischof Frank Otfried July zeigte sich bestürzt. Das Unglück habe ihn "in Trauer versetzt und ruft meine große Anteilnahme mit seiner ganzen Familie und dem Haus Württemberg hervor", teilte July mit.

Der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten, Michael Hörrmann, äußerte sein Mitgefühl. Die Organisation betreue viele Monumente, die historisch mit der Familie von Württemberg verbunden seien.

Bestürzt zeigte sich auch die Zeppelin Universität: „Wir alle sind fassungslos und bestürzt, dass Herzog Friedrich aus dem Leben gerissen wurde “, so Präsidentin Insa Sjurts. Herzog Friedrich habe die Entwicklung der Zeppelin Universität seit ihrer Gründung im Jahre 2003 von Anfang eng und enthusiastisch begleitet, nicht zuletzt als Vorsitzender des Kuratoriums der ZU. 

Die Stadt Ludwigsburg legt zu Ehren des Herzogs von diesem Montag (14.) an im Rathaus ein Kondolenzbuch aus. Bis Freitag (18.) können sich Bürgerinnen und Bürger eintragen. Berichten zufolge soll Friedrich Herzog von Württemberg in der Familiengruft auf Schloss Altshausen bestattet werden. 

Nach Auskunft aus der Hofkammer soll die Trauerfeier voraussichtlich Ende Mai stattfinden.

Mit Marie Herzogin von Württemberg (l.) und Gerlinde Kretschmann.
Mit Marie Herzogin von Württemberg (l.) und Gerlinde Kretschmann. | Bild: dpa

Zur Person

  • Friedrich Herzog von Württemberg wurde am 1. Juni 1961 auf Schloss Friedrichshafen am Bodensee geboren. Er besuchte Schulen in Friedrichshafen und Saulgau.
  • Geleitet hat Herzog Friedrich zuletzt die Hofkammer des Hauses Württemberg. Das ist die private Verwaltung des Hauses Württemberg.
  • Sein Engagement in zahlreichen sozialen und kulturellen Institutionen im Land Baden-Württemberg ist vielfältig gewesen: Olgäle Stiftung Stuttgart, Vereinigung der Freunde der Universität Tübingen e.V. Stuttgart, Kunststiftung Baden-Württemberg, Universitätsbund Hohenheim, Kuratorium der Zeppelin-University, Gesellschaft Oberschwaben für Geschichte und Kultur, Vorstandsmitglied des Landesverbandes Baden-Württemberg der Deutschen Kriegsgräberfürsorge.
  • Er hinterlässt seine Frau, Marie Herzogin von Württemberg, geborene Prinzessin zu Wied, sowie drei erwachsene Kinder. Dies sind Herzog Wilhelm (23 Jahre), Herzogin Marie-Amélie (22) und Herzogin Sophie-Dorothée (20).