Von 170 abgegebenen Stimmen bekam Wetterich 92 Stimmen – auf Schütz entfielen 75 Stimmen. Es gab drei Enthaltungen. Die bisherige Vorsitzende Inge Gräßle war nicht mehr angetreten. Wetterich hatte in ihrer Rede gemahnt, die CDU müsse die Frauenförderung ernst nehmen – ansonsten verliere sie Mehrheiten in der Bevölkerung. Die Frauen selbst müssten kämpferisch für ihre Positionen einstehen.

Harte Kritik gegenüber der CDU im Südwesten

Gräßle war zuvor hart mit der Südwest-CDU ins Gericht gegangen. Die CDU halte an ein System zur Nominierung von Kandidaten fest, das 60 Jahre alt sei und von einer zufälligen Personalauswahl auf der Ebene der vier CDU-Bezirke abhänge. Ergebnis sei, dass nicht nur Frauen, sondern auch andere gesellschaftliche Gruppen wie Migranten in den Parlamenten unterrepräsentiert seien. „Wo andere mit einem Angebot an Personen, an Vielfalt, der Abbildung gesellschaftlicher Gruppen und der Inhalte punkten, machen wir es so, wie wir es immer gemacht haben.“ Das erweise sich als Ballast für künftige Wahlerfolge.

Wetterich will mehr Frauen ins Parlament bringen

Wetterich kündigte an, eine Reform des Landtagswahlrechts wieder auf die Agenda bringen zu wollen, um mehr Frauen ins Parlament zu bringen. Die CDU-Landtagsfraktion hatte sich im vergangenen Jahr gegen eine Reform gestellt. In der grün-schwarzen Koalition gilt das Thema bis zur Landtagswahl 2021 für erledigt. Im Landtag wird die CDU derzeit von 33 Männern und zehn Frauen vertreten. (dpa)