Wegen Sturmschäden sind am Donnerstag im Südwesten noch mehrere Strecken der Bahn nicht befahrbar. Von Windböen umgeknickte Bäume blockieren nach Angaben der Internetseite der Bahn weiterhin den Verkehr auf den Schienen. Die Aufräumarbeiten könnten noch mehrere Tage andauern.

Nach Informationen der Bahn ist die Strecke zwischen Donaueschingen und Neustadt (Schwarzwald) bis voraussichtlich zum 6. Januar 2018 unterbrochen. Zwischen Donaueschingen und Neustadt (Schwarzwald) fährt ab ca. 11 Uhr ein Schienenersatzverkehr der Firma Steiert beginnend ab Neustadt(Schwarzwald) nach Donaueschingen im Pendelverkehr.

Der Bahnverkehr zwischen Schaffhausen und Singen ist teilweise eingleisig wieder aufgenommen worden. Ein Schienenersatzverkehr bleibt weiterhin im Einsatz. 

Für aktuelle Änderungen besuchen Sie bitte die Seiten der Deutschen Bahn.

Ortschaften in der Region noch ohne Strom

Wie eine Sprecherin des deutsch-schweizerischen Versorgungsunternehmens «Energiedienst» am Donnerstag mitteilte, sind Kommunen in den Kreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Waldshut noch ohne Strom. 

Insgesamt seien seit Donnerstagmorgen etwa 40 Mitarbeiter des Energieversorgers sowie externe Teams mit 15 Experten im Einsatz, um beschädigte Leitungen instandzusetzen. Der Einsatz war am Mittwochabend aufgrund der Dunkelheit abgebrochen worden.

Wetterdienst warnt vor Dauerregen

Das Wetter im Südwesten soll nach Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) noch bis Freitagabend windig und nass bleiben. Die Meteorologen warnten vor ergiebigem Dauerregen im Schwarzwald mit 70 bis 120 Litern pro Quadratmeter - ebenso im Allgäu, wo hohe Wasserstände wegen Tauwetters sowie in Höhenlagen stellenweise mehr als 10 Zentimeter Neuschnee dazukommen. Autofahrer müssten mit Schneeglätte und gefrierender Nässe rechnen, hieß es.

Im oberen Schwarzwald sind weiterhin schwere Sturmböen möglich, die Spitzengeschwindigkeiten von 90 Stundenkilometern erreichen können. Auf dem Feldberg können Orkanböen mit Spitzen von 120 Kilometern pro Stunde auftreten. Der Wind sollte am Freitag nachlassen, jedoch könnten laut DWD überall im Land noch vereinzelt Böen um 50 Stundenkilometer auftreten, in den Bergen auch Schneeverwehungen.

 

Die Sturm-Bilanz in der Region

 

  • Schwarzwald: Insgesamt glimpflich kam der Schwarzwald-Baar-Kreis davon. Die Polizei verzeichnete nur wenige sturmbedingte Verkehrsunfälle, die zudem harmlos ausgingen. Auch Verletzte gab es keine zu beklagen. Allerdings blockierten vielerorts umgefallene Bäume die Straßen oder beschädigten Häuser, was Polizei, Feuerwehren und Straßenmeistereien flächendeckend auf Trab hielt. Unter anderem wurde die Bundesstraße B 27 bei Blumberg für die Räumung kurzzeitig voll gesperrt.

    Die Feuerwehren hatten wie hier in St. Georgen, zahlreiche Einsätze, um umgestürzte Bäume von den Straßen zu entfernen. Bild: Roland Sprich
    Die Feuerwehren hatten wie hier in St. Georgen, zahlreiche Einsätze, um umgestürzte Bäume von den Straßen zu entfernen. Bild: Roland Sprich | Bild: Roland Sprich

    Mehrere kleinere Straßen sollen erst im Laufe des Donnerstags wieder freigegeben werden. Aus gleichem Grund war auch die Oberleitung der Schwarzwaldbahn-Strecke an mehreren Stellen zwischen Donaueschingen und Triberg beschädigt. (jdr)

    Im Villingen-Schwenninger Ortsteil Zollhaus stürzte eine große Tanne auf ein Wohnhaus. <sup></sup><em>Bild: Hans-Jürgen Götz</em>
    Im Villingen-Schwenninger Ortsteil Zollhaus stürzte eine große Tanne auf ein Wohnhaus. Bild: Hans-Jürgen Götz
  • Kreis Konstanz: Im Landkreis hat das Sturmtief Burglind für erhebliche Störungen des Verkehrs gesorgt. Bleibende Schäden gab es in Radolfzell: Ein Teil des Flachdachs der Turnhalle der Teggingerschule drohte abzustürzen, nachdem der Sturm es angehoben hatte. Wie die Pressesprecherin der Stadt, mitteilt, haben Feuerwehr und eine Dachdeckerfirma das Dach provisorisch abgesichert.

    Das Flachdach der Turnhalle der Teggingerschule drohte abzustürzen, daher sperrte die Feuerwehr kurzzeitig die Straße und befestigte das Dach provisorisch. Jetzt muss der Schaden geprüft und behoben werden. Bilder: Isabelle Arndt
    Das Flachdach der Turnhalle der Teggingerschule drohte abzustürzen, daher sperrte die Feuerwehr kurzzeitig die Straße und befestigte das Dach provisorisch. Jetzt muss der Schaden geprüft und behoben werden. Bilder: Isabelle Arndt | Bild: Isabelle Arndt

    Auch gab es mehrere umgestürzte Bäume. So war die Zugstrecke zwischen Konstanz und Singen ab 10.15 Uhr gesperrt, nachdem ein Baum bei Markelfingen auf die Oberleitung fiel und sich entzündete. Ab 13.15 Uhr war die Strecke wieder komplett frei. In Konstanz stellte die Fähre zwischen Konstanz und Meersburg am Vormittag ihren Betrieb kurzfristig ein. Ab 13 Uhr konnte sie wieder regulär fahren, so der Pressereferent der Stadtwerke. (isa/cla)

    An den Gleisen in Markelfingen hat die Feuerwehr einen umgestürzten Baum geborgen.
    An den Gleisen in Markelfingen hat die Feuerwehr einen umgestürzten Baum geborgen.
  • Bodenseekreis: Der Fährbetrieb auf dem Bodensee zwischen Friedrichshafen und Romanshorn wurde ab 9.30 Uhr den ganzen Tag eingestellt. Keine Einschränkungen gab es hingegen im Flugverkehr auf dem Bodensee-Airport Friedrichshafen. Der Schiffsbetrieb zwischen Überlingen und Wallhausen musste zwischen 12 und 16 Uhr eingestellt werden, wie Michael Giess von der Personenschifffahrt Giess und Giess dem SÜDKURIER mitteilte. "So etwas habe ich auf dem Bodensee noch nie erlebt", sagte er.

    Kräftige Welle krachten gegen den Steg, der zum Moleturm am Bodenseeufer in Friedrichshafen führt. <em>Bild: Sandro Kipar</em>
    Kräftige Welle krachten gegen den Steg, der zum Moleturm am Bodenseeufer in Friedrichshafen führt. Bild: Sandro Kipar

    In Überlingen wurde der Verkehr auf der B31 durch umstürzende Bäume behindert. Am Strandweg in Nußdorf zerquetschte ein Baum ein geparktes Auto. Zwischen Überlingen und Uhldingen-Mühlhofen warf Sturmtief Burglinde Bäume auf die Gleise. Die Strecke musste für 90 Minuten komplett gesperrt werden. (sku/asa)

    Ein Pärchen aus Salem erprobte am Überlinger Landungsplatz ihre Sturmschirme aus Schweden. <em>Bild: Jürgen Gundelsweiler</em>
    Ein Pärchen aus Salem erprobte am Überlinger Landungsplatz ihre Sturmschirme aus Schweden. Bild: Jürgen Gundelsweiler
  • Hochrhein: Im Landkreis Waldshut waren besonders die ländlichen Regionen vom Sturmtief betroffen. Im Polizeipräsidium Freiburg gingen seit 6 Uhr weit mehr als 100 Notrufe ein. In Bonndorf hielten sich die Schäden in Grenzen, die Feuerwehr wurde zu sieben Einsätzen gerufen. In Waldshut-Tiengen fuhr die Feuerwehr bis zum Mittag 16 Einsätze, um Straßen und Häusern von umgestürzten Bäumen zu befreien. Umgestürzte oder schräg hängende Bäume verhinderten auch auf zahlreichen Kreisstraßen eine Weiterfahrt.

    Dieser Baum im Weilheimer Ortsteil Aisperg am Hochrhein hielt dem Sturm nicht stand. <em>Bild: Freudig</em>
    Dieser Baum im Weilheimer Ortsteil Aisperg am Hochrhein hielt dem Sturm nicht stand. Bild: Freudig | Bild: Ines Biedenkapp

    Die Bundesstraße 500 wurde zeitweise mit einer Vollsperrung belegt. Die Straßen nach Buggenried, Mettenberg, Rothaus und Schluchsee sind noch gesperrt. In Bad Säckingen befreiten die Feuerwehr einen Mann aus seinem Auto, auf den ein umstürzender Baum gefallen war. Der Autofahrer wurde leicht verletzt. (juk)

    Zahlreiche Bäume wurden von Sturm Burglind umgeweht und blockierten Straßen. Den ganzen Mittwoch über kam es deshalb zu Behinderungen. Bild: Feuerwehr Bad Säckingen
    Zahlreiche Bäume wurden von Sturm Burglind umgeweht und blockierten Straßen. Den ganzen Mittwoch über kam es deshalb zu Behinderungen. Bild: Feuerwehr Bad Säckingen