Seit diesem Samstag gilt die generelle Zulassung für Elektro-Tretroller. Somit können die neuen E-Mobile auch im Südwesten rollen – theoretisch, denn vorher müssen noch einige Bedingungen erfüllt werden. Die Städte im Land bereiten sich auf das neue Verkehrsmittel vor.

Wann kommen die E-Tretroller im Südwesten auf die Straßen?

Im Prinzip dürfen E-Tretroller ab sofort gefahren werden. In der Praxis dürften sie erst im Juli losrollen: Hersteller benötigen Betriebserlaubnisse vom Kraftfahrt-Bundesamt. Im Südwesten seien vereinzelt schon vor der Verordnung Roller unterwegs gewesen, obwohl der Betrieb der meisten E-Scooter im öffentlichen Straßenraum bisher nicht erlaubt war, teilte das Verkehrsministerium von Baden-Württemberg mit. Besitzer von E-Tretrollern, die nicht die Anforderungen der Verordnung erfüllen, können diese unter Umständen nachrüsten lassen. Zudem müssen sich alle E-Scooter-Nutzer Haftpflichtversicherungen besorgen.

Wo wird man E-Tretroller leihen können?

Vor allem in den größeren Städten rechnet das Verkehrsministerium mit dem Verleih. Mehrere Städte im Südwesten sind im Gespräch mit Betreibern, zum Beispiel Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim und Freiburg.

Ein Junge fährt mit einem E-Tretroller durch die Fußgängerzone. In internationalen Metropolen sind Tretroller mit Elektromotor schon unterwegs. Nun ist es auch in Deutschland so weit.
Ein Junge fährt mit einem E-Tretroller durch die Fußgängerzone. In internationalen Metropolen sind Tretroller mit Elektromotor schon unterwegs. Nun ist es auch in Deutschland so weit. | Bild: Steffen Trumpf

Wird es jetzt noch enger auf den Straßen?

Gerade auf Fahrradwegen dürfte es enger werden, da die E-Scooter laut Verordnung hier fahren sollen und nur auf die Fahrbahn ausweichen dürfen, wenn kein Radweg vorhanden ist. Die Stadt Karlsruhe rechnet allerdings auch mit Einschränkungen für den Fußverkehr, da vielen Nutzern von E-Scootern nicht klar sein werde, wo sie fahren dürfen. Auch das Verkehrsministerium rechnet damit, dass die Konkurrenz im Bereich des Fuß- und Radverkehrs wachsen werde, auch weil man eine deutliche Zunahme des Rad- und Fußverkehrs anstrebe. „Wir brauchen grundsätzlich mehr Platz für eine umweltfreundliche Fortbewegung in der Stadt“, sagt Minister Winfried Hermann.

Werden abgestellte E-Scooter künftig die Innenstädte blockieren?

Man „teilt die Sorge, dass unpassend oder im Übermaß auf den Gehwegen abgestellte E-Scooter den Fußverkehr beeinträchtigen können“, sagt eine Sprecherin der Stadt Freiburg. Die Stadtverwaltung Karlsruhe äußert sich ähnlich. Städte wie Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim und Freiburg wollen dem mit freiwilligen Selbstverpflichtungen oder Merkblättern für die Betreiber vorbeugen. Genehmigungen benötigen die Anbieter zwar nicht, es sei aber üblich, dass Anbieter von sich aus das Gespräch mit den Städten suchen, heißt es vom Städtetag Baden-Württemberg.

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Wozu braucht es noch ein weiteres Verkehrsmittel?

Die E-Scooter können als Bindeglied zum öffentlichen Nahverkehr genutzt werden und so in den Städten die Zahl der Autofahrer verringern, hofft das Verkehrsministerium. Auch die Stadtverwaltungen in Karlsruhe und Freiburg sehen einen möglichen Mehrwert der neuen Gefährte vor allem in Kombination mit dem ÖPNV. „Die ÖPNV-Träger müssen aber noch die Mitnahme in Bussen und Bahnen regeln“, heißt es vom Städtetag. (dpa/lsw)