Mannheim – Zwei Mannheimer Bauunternehmer sollen zahlreiche Schwarzarbeiter beschäftigt haben. Der entstandene Schaden beläuft sich laut Anklage auf über eine Million Euro. Die beiden aus Serbien stammenden Brüder müssen sich vor der Wirtschaftsstrafkammer des Mannheimer Landgerichts verantworten. Für den Mammutprozess sind 29 Verhandlungstage anberaumt. Ein Urteil ist für den 19. Juni geplant. Laut de Ermittlungen haben die beiden den Lohn an ihre Arbeiter zwischen April 2016 und Januar 2018 ganz oder teilweise "schwarz" ausbezahlt. Das Nachsehen hatte die AOK Baden-Württemberg. Der Krankenkasse entgingen Beiträge in Höhe von 656 000 Euro. Zudem sollen die Brüder Lohnsteuern in Höhe von 180 000 Euro hinterzogen haben. Weitere 220 000 Euro sollen der Urlaubs- und Lohnausgleichskasse vorenthalten worden sein.

Einer 49-jähriger Angeklagter legte zum Prozessauftakt ein umfassendes Geständnis ab. Der mitangeklagte 50-jährige Bruder bestreitet dagegen die Vorwürfe. Das Verhältnis der beiden ist offenbar sehr angespannt. Beide vermieden es, sich anzuschauen. Sie sitzen seit einem Jahr in Untersuchungshaft.