Sich für andere einsetzten, etwas tun, was anderen Menschen hilft, ohne an sich selbst zu denken – das ist keine Selbstverständlichkeit. Gerade wenn Schüler sich für solche Projekte einsetzen, finden wir, dass dies besondere Aufmerksamkeit verdient hat. Die Klasse 5.1 von Lehrerin Sonja Unger vom Schulzentrum Stetten am kalten Markt hat sich an der Aktion „Deckel gegen Polio – 500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“ beteiligt, um Kindern in armen Ländern eine Impfung zu ermöglichen.

Von links: Selina Grüner, Olivia Szlama, Schulsozialarbeiter Tobias Buck, Matty Wetterer, Max Maag und Max Rech freuen sich über das gute Ergebniss der Deckelsammelaktion.
Von links: Selina Grüner, Olivia Szlama, Schulsozialarbeiter Tobias Buck, Matty Wetterer, Max Maag und Max Rech freuen sich über das gute Ergebniss der Deckelsammelaktion. | Bild: Christl Eberlein

24 550 Deckel von Plastikflaschen hat die Klasse gesammelt, an der gesamten Schule kamen 150 000 Deckel zusammen. „Einfach Klasse!“, fand Sozialarbeiter Tobias Buck und hat die 25 Jungen und Mädchen der Klasse 5.1 beim SÜDKURIER-Wettbewerb „Einfach Klasse! Wir tun was“ angemeldet. Diese hatten bis vor kurzem keine Ahnung davon. Um so größer war deren Freude, als sie ihr Engagement nun vorstellen durften.

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Der Wettbewerb

Mit diesem Wettbewerb wollen wir zeigen, wie sich Schüler über den Schulalltag hinaus engagieren. Deshalb stellen wir die eingereichten Projekte in der Zeitung und auf SÜDKURIER Online vor. Denn wir finden, wer die große Welt auch mit kleinen Projekten besser machen will, hat es verdient, Aufmerksamkeit zu bekommen.

Von links: Louis Knöner, Fynn Weber, Marie Sauter und Sarah Ruf haben fleißig gesammelt. Zusammen mit ihren Klassenkameraden sind sie auf dem schulinternen Wettbewerb auf dem ersten Platz gelandet.
Von links: Louis Knöner, Fynn Weber, Marie Sauter und Sarah Ruf haben fleißig gesammelt. Zusammen mit ihren Klassenkameraden sind sie auf dem schulinternen Wettbewerb auf dem ersten Platz gelandet. | Bild: Christl Eberlein

„Wir haben Deckel von Flaschen gesammelt, damit Kinder in armen Ländern, die nicht gegen Polio geimpft sind, eine Impfung bekommen“, erklärt Fynn Weber. Was Polio ist und dass diese Krankheit tödlich sein kann, hatten die Kinder zuvor im Unterricht gelernt. Vier Wochen lang haben die Schüler der Gemeinschaftsschule eifrig gesammelt. Die Kinder und Jugendlichen mussten gut überlegen, wie sie an die Deckel herankommen. „In manchen Geschäften haben uns die Verkäufer geholfen und einen Eimer neben dem Rückgabeautomaten aufgestellt“, berichtet Marie Sauter. Viele Familien, so wie die von Sarah Ruf und Olivia Szlama, haben ihre Kinder bei der Sammlung unterstützt. Bis zum Bundeswehrstandort Stetten hat sich die Aktion herumgesprochen. Auch von dort kamen gesammelte Deckel. Die Kunststoffdeckel bestehen aus Polyethylen (HDPE), einem hochwertigen, recyclingfähigen Material, was einer nachhaltigen Ressourcenwirtschaft zugute kommt.

Klassenlehrerin Sonja Unger ist stolz auf den engagierten Einsatz ihrer 25 Schülerinnen und Schüler.
Klassenlehrerin Sonja Unger ist stolz auf den engagierten Einsatz ihrer 25 Schülerinnen und Schüler. | Bild: Christl Eberlein

„Die Schüler haben sich in ihrer Freizeit verabredet, um zu sammeln. Sie haben Leute mit leeren Flaschen angesprochen und gefragt, ob sie die Deckel haben können. Das finde ich toll“, beschreibt Klassenlehrerin Sonja Unger das Engagement ihrer 5.1. „Die Aktion hat die Klassengemeinschaft sehr gestärkt“, findet sie. Die Kinder seien sehr stolz gewesen, als sie ausgerechnet hätten, dass allein durch die von der Klasse gesammelten Deckel fast 50 Impfungen finanziert werden können. „Die Schüler haben durch dieses Projekt auch einen Blick über den Tellerrand hinaus gewonnen“, so Schulsozialarbeiter Buck. Schade sei, dass das Projekt Ende Juni 2019 eingestellt wird. „Deckel gegen Polio“ wurde 2014 ins Leben gerufen und der gemeinnützige Verein Deckel drauf e.V. gegründet.