Der frühere Kanzleramtsminister Ronald Pofalla und neue Infrastrukturvorstand der Bahn wird für das Projekt Stuttgart 21 verantwortlich. „Er wird von April an den Lenkungskreis leiten“, sagte Bahnchef Rüdiger Grube der „Eßlinger Zeitung“. Damit wird er den langjährigen Bahnmanager Volker Kefer ablösen, der das Unternehmen Ende vergangenen Jahres verlassen hatte. Am 1. Februar ist ein Sonderlenkungskreis zum Thema Tunnelbau im quellfähigen Anhydrit terminiert.

Der Bahnchef kritisierte das aus seiner Sicht nicht schlüssige Gutachten des Bundesrechnungshofes, das erhebliche Mehrkosten für Stuttgart 21 prognostiziert hatte. Statt 6,5 Milliarden Euro, wie von der Bahn kalkuliert, hatten die Finanzkontrolleure bis zu neun Milliarden Euro vorausgesagt. Grube: „Der Bundesrechnungshof hat ganz anders gerechnet und Positionen miteinbezogen, die eindeutig außerhalb des Finanzierungsvertrags liegen, wie die Kosten für Bauzeitzinsen oder den Rückbau des Gleisfelds.“ Er fügte hinzu: „Hier wurden Äpfel mit Birnen verglichen.“ Nach Einschätzung Grubes werden die Stuttgarter sehr stolz auf den fertigen Tiefbahnhof sein, dessen Bau der Stadt 130 Fußballfelder Fläche schenke. „Angesichts dessen wird all das, was es da an Kritik an dem Projekt gab, rasch vergessen sein.“