Wehr – Die Probleme der Bahn auf der mit Dieselloks befahrenen Hochrheinstrecke zwischen Basel und Singen sind seit vielen Jahren bekannt. Pannen, Zugausfälle, Wartezeiten für Fahrgäste – das gehört fast zur Normalität auf dieser Strecke. Doch die Elektrifizierung dieser Ost-West-Verbindung, die nach Ansicht von Schienenexperten für Abhilfe sorgen könnte, geht nur schleppend voran.

Da passt ein Vorfall in diese Gesamtlage, der sich am Mittwochmorgen auf der Hochrheinstrecke ereignet hat. Am Bahnhof Brennet blockierte eine Regionalbahn die Schiene, nachdem es zu einer heftigen Rauchentwicklung gekommen war. Auf Nachfrage erklärte ein Bahnsprecher: "Öl ist auf die heiße Abgasanlage getropft, was zu einer massiven Rauchentwicklung geführt hat." Die Panne hatte sich gegen 7.40 Uhr ereignet – mitten im Berufs- und Schulverkehr. Auf der Hochrheinstrecke zwischen Basel und Singen waren tausende Menschen von Zugausfällen betroffen.

Zwar musste die Feuerwehr letztlich nicht eingreifen, aber das Anrücken massiver Feuerwehrkräfte sorgte für Staus im Straßenverkehr. Die Hochrheinstrecke war bis gegen 9 Uhr gesperrt. Der defekte Zug musste schließlich abgeschleppt werden. Ersatzbusse waren überfüllt, zahlreiche Menschen blieben an den Bushaltestellen zurück.

Die Panne passt in eine Serie anderer Vorfälle auf der Hochrhein-Schiene, von denen vor allem Berufspendler und Schüler betroffen waren. Kritik hagelte es von den Bahnkunden und Kommunalpolitikern wegen der mangelhaften Ausstattung der Bahnstrecke zwischen Basel und Erzingen. So bemängeln regelmäßige Bahnfahrer den schlechten Zustand der Züge: Der Eindruck dränge sich auf, dass die Bahn vorwiegend veraltete Technik auf der Bahnlinie einsetze, die andernorts ausrangiert worden sei, heißt es von Betroffenen. Erst vor wenigen Monaten waren die bisherigen Interregio-Züge durch Modelle ersetzt worden, die bereits vor über 20 Jahren gebaut wurden. Diesen mangelt es unter anderem an Barrierefreiheit. Kritik gibt es auch, weil die Elektrifizierung der Strecke nur schleppend voran kommt. Ursprünglich war eine Modernisierung bis 2016 angepeilt worden. Jetzt soll die Strecke nach den Plänen des Landes bis spätestens 2025 elektrifiziert sein. Der Streckenausbau wurde zuletzt in die höchste Priorisierungsstufe aufgenommen.

Kritik der SPD-Abgeordneten

Das Landesverkehrsministerium wies jetzt Äußerungen der Waldshuter SPD-Bundestagsabgeordneten Rita Schwarzelühr-Sutter zurück, wonach die grün-schwarze Landesregierung für die Verzögerungen bei der Elektrifizierung der Hochrheinbahn selbst verantwortlich sei, weil sie keinen Antrag zur Finanzierung gestellt habe. „Diese Vorwürfe sind einigermaßen absurd“ erlärte Amtschef Uwe Lahl in einem Schreiben an die SPD-Abgeordnete, das unserer Zeitung vorliegt. „Es war der Bund, der die Hochrheinstrecke nicht in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen hat.“ Das Land habe gemeinsam mit der Bahn die Planungen aufgenommen, das übliche Verfahren zur Planfeststellung laufe.

Bei der jüngsten Schweiz-Reise von Ministerpräsident Kretschmann äußerte die Schweizer Seite den dringende Wunsch nach einer raschen Verbesserung des Bahnverkehrsangebots auf Hochrehein- und Gäubahn.