Die Grundschulen galten bisher als Hort der Glückseligkeit. Es gab keinen Streit um die Schulstruktur, weil alle Schüler ohne Ansehen ihrer Leistungen gemeinsam unterrichtet wurden. Nun folgte ein böses Erwachen. In den Platzierungen für Deutsch und Mathe wird der Südwesteb von der Spitze ins Mittelfeld durchgereicht.

Einseitige Schuldzuweisungen sind angesichts der Dramatik Fehl am Platz: Die Bildungspläne der Viertklässler stammten noch von der CDU-Ministerin Schavan. Aber die folgende grün-rote Koalition hat alle Schulen verunsichert und die Weichen zu spät neu gestellt. Konsequenzen drängen sich auf: Ganz sicher müssen die Kernfächer Deutsch und Mathematik in den Grundschulen gestärkt werden. Wegen des hohen Anteils an Migranten geht es nicht ohne zusätzlichen Förderunterricht. Auf den Prüfstand muss auch das politische Tabu, das kleine Grundschulen vor der Schließung schützt. Da dominiert Kirchturmdenken über pädagogische Notwendigkeiten.