Als mutmaßlicher Vergewaltiger und Mörder der Studentin ist der afghanische Flüchtling Hussein K. angeklagt, der schon in Griechenland 2014 wegen einer Gewalttat gegen eine 20-jährige Studentin zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt, dann aber auf Grund einer Amnestie freigelassen worden war. Die mit der Freilassung verbundenen Auflagen hatte er ignoriert und war über die österreichische Grenze im Herbst 2015 schließlich nach Freiburg gelangt und dort als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling in die Obhut einer Pflegefamilie gegeben worden.

Prozess mit Spannung erwartet

 
Kommt es zur Eröffnung der Hauptverhandlung, beginnt der Prozess gegen Hussein K. im September. Für den Fall der Zulassung des Falls zur Hauptverhandlung sind bereits im April Sitzungstermine für den September 2017 festgelegt worden. Eröffnet werden soll die Verhandlung dann am 5. September. Der dringend Tatverdächtige wird vor der Jugendkammer und und nicht vor dem Erwachsenen vorbehaltenen Schwurgericht angeklagt, weil sein Alter bislang nicht definitiv feststeht. Gleichwohl kann er auch nach Erwachsenen-Strafrecht verurteilt werden und es droht ihm damit eine lebenslange Freiheitsstrafe.
 
Medizinische Gutachten zur Bestimmung seines Alters sind wie berichtet zu dem Schluss gekommen, der junge Mann sei möglicherweise zur Tatzeit älter als 21 Jahre gewesen. Er selbst hatte bei seiner Anreise nach Deutschland im Jahr vor dem Mord sein Alter mit 16 Jahren angegeben – also deutlich jünger, als es die Gutachten auslegen. Demnach hätte er Maria L.
als 17jähriger getötet.

Wie alt ist er wirklich? 

 
Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Freiburg haben Nachfrage-Ersuchen bei afghanischen und iranischen Behörden – der Flüchtling hatte eine Zeit im Iran gelebt – bislang keine Ergebnisse erbracht, die sein Alter genau fixieren. Auch aus Griechenland, wo er verurteilt worden war, kam bislang keine Aufhellung der Altersfrage.
 
Die 19-jährige Studentin war am Sonntagmorgen, 16. Oktober 2016 mit dem Fahrrad entlang der Dreisam in der Nähe des Schwarzwaldstadions nach einem Studierenden-Fest unterwegs in ihr Wohnheim im Freiburger Osten gewesen. Auf der nächtlichen Fahrt soll Hussein K. sie gegen drei Uhr früh abgefangen, vergewaltigt und bewusstlos im Niedrigwasser des Flusses abgelegt haben, wo das Opfer durch Ertrinken zu Tode kam.
 
Hussein Ks. Täterschaft, so glauben die Polizei und die Staatsanwaltschaft, ist durch DNA-Spuren als sicher nachgewiesen. Der mutmaßliche Täter hatte im Ufergestrüpp der Dreisam ein schwarz-gelbes Haar verloren, dass die Labortechniker der Ermittler zur Identifizierung nutzen konnten. Videos aus einer nächtlichen Straßenbahnfahrt des Verdächtigen in der Tatnacht machten seine Identifizierung und schnelle Festnahme möglich – am 2. Dezember, etwas mehr als sechs Wochen nach dem Sexualmord, wurde er inhaftiert. Seitdem schweigt Hussein K. und äußert sich auf Anraten seines Anwalts nicht zu den schwerwiegenden Vorwürfen.