Stuttgart – Die baden-württembergische Regierung will mit einem zweistelligen Millionenbetrag die von den Kelten gebaute Heuneburg (Kreis Sigmaringen) zu einem Erlebniszentrum aufwerten. Das Konzept steht heute auf der Tagesordnung des Ministerrats. Die Höhensiedlung am Oberlauf der Donau soll Kristallisationspunkt eines landesweiten Tourismus-Konzepts unter dem Titel „Baden-Württemberg und seine Kelten“ werden. „Es werden einmalige Investitionskosten für eine bauliche Herrichtung und Ausstattung des Talhofs und teilweise auf dem Areal der Heuneburg in Höhe eines niedrigen zweistelligen Millionenbetrags anfallen“, heißt es in der Beschlussvorlage von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne).

Ziel ist Verdopplung der Besucherzahlen

Die neben der Burg liegende Staatsdomäne Talhof soll zu einem Freilichtmuseum mit 50 bis 60 Hektar umgebaut werden. Neben der historischen Fundstätte soll die Kelten-Erlebniswelt in eine ökologisch ausgerichtete landwirtschaftliche Nutzung eingebettet werden. Sogar an Flächen für Fahrräder ist in der Vorlage gedacht. Für die Betriebskosten veranschlagt sie jährlich eine Million Euro. Angestrebt werde eine Verdopplung der Besucher auf 60 000. „Baden-Württemberg hat mit der archäologischen Hinterlassenschaft der Kelten einen Schatz zu bieten wie nur wenige andere Gebiete in Europa“, schreibt Bauer. Die Kelten seien ein „Aushängeschild für Baden-Württemberg“. Zusätzlich zur Heuneburg soll die Präsentation weiterer wichtiger Keltenstätten im Südwesten verbessert werden. Bauer schlägt vor, ein gemeinsames, landesweites Tourismus-Konzept unter der Dachmarke „Baden-Württemberg und seine Kelten“ für die verschiedenen Museen zu entwickeln.

Dazu zählen etwa der Heidengraben am Albtrauf (Kreis Esslingen), das Keltengrab von Hochdorf (Kreis Ludwigsburg) und das Oppidum von Finsterlohr (Main-Tauber-Kreis). Die finanzielle Beteiligung des Landes dafür werde auf fünf Millionen Euro begrenzt. Der Finanzbeitrag der jeweiligen Kommunen muss noch ausgehandelt werden. Im Wissenschaftsministerium soll für die Entwicklung der Konzeption zeitlich befristet eine Stelle eingerichtet werden. Die Kosten für das geplante Werbekonzept taxiert das Ministerium auf weitere zwei Millionen und jährliche Folgekosten von einer Million Euro.

Die bereits im Dezember vorgesehene Verabschiedung der Konzeption war von der Tagesordnung des Ministerrats genommen worden, nachdem die CDU-Landtagsfraktion Änderungen gefordert hatte. Mit dem Ergebnis zeigt sich CDU-Fraktionschef Wolfgang Reinhart zufrieden. Von zentraler Bedeutung sei die Übernahme der Trägerschaft durch das Land. Die ehrenamtlichen Helfer könnten das Projekt nicht alleine stemmen. Außerdem muss Bauer in einem Jahr einen Zwischenbericht zum Sachstand vorlegen.