Diesen platten Kompromiss in ihrem ewigen Streit um Erleichterungen beim Bauen hätten Grüne und CDU schon vor mehr als einem Jahr haben können. Jede Seite darf sich jetzt eine Trophäe an den Hut heften – bei den Fahrradstellplätzen gaben die Grünen nach, bei der Begrünung die Schwarzen. Darüber mehr als ein Jahr zu streiten, ist angesichts der Wohnungsnot lächerlich. Es ging da nicht mehr um die Sache, sondern ums ideologiegetriebene Rechthaben. Die Wirkung des Stillstandes war verheerend.

Offenkundig geht beiden Parteien das Gespür dafür ab, wie groß der Mangel an bezahlbarem Wohnraum gerade in Baden-Württemberg ist. Mit rund 40 000 Wohnungen bleibt die Zahl der Fertigstellungen weit unter dem von Experten errechneten Bedarf von jährlich 60 000. Auch die Landespolitik trägt ihr Scherflein dazu bei, dass der Wohnungsmarkt aus dem Lot gerät. Es braucht mehr finanzielle Förderung. Daneben ist die Lockerung der Landesbauordnung ein sinnvoller Schritt.