Starkregen und Sturmböen haben vor allem in der Nordhälfte Baden-Württembergs große Schäden angerichtet. Ein Mann kam bei einem Autounfall auf nasser Straße ums Leben. Die Polizeipräsidien in Mannheim, Karlsruhe, Ludwigsburg, Stuttgart und Aalen berichteten am Mittwochmorgen von zahlreichen herabgestürzten Ästen und umgestürzten Bäumen, vollgelaufenen Kellern und überfluteten Straßen. Die Feuerwehr in Mannheim rückte in der Nacht zu mehr als 100 Einsätzen aus.

Tödlicher Unfall

Der 60 Jahre alter Autofahrer verlor bei Gerlingen (Kreis Ludwigsburg) vermutlich aufgrund von Aquaplaning die Kontrolle über sein Fahrzeug und verunglückte tödlich. Laut Polizei wurde er beim Aufprall seines Kleinwagens gegen die Mittelleitplanken der Autobahn 81 durch die Windschutzscheibe seines Autos geschleudert. Er starb noch am Unfallort.

Einschränkungen im Verkehr

Ein umgeknickter Oberleitungsmast und umgestürzte Bäume haben den Bahnverkehr bei Ettlingen (Kreis Karlsruhe) und Durmersheim (Kreis Rastatt) blockiert. Der Nahverkehr fuhr zunächst nur eingeschränkt. Wegen Umleitungen der Fernzüge müssten Reisende sich auf Verspätungen einstellen, erklärte eine Sprecherin der Bahn.

Wegen abgerissener Äste war die Autobahn 5 bei Karlsruhe in der Nacht für rund sechs Stunden komplett gesperrt. Der Verkehr staute sich vorübergehend über 8 Kilometer. Weil umgestürzte Bäume auf der Bundesstraße 3 die Weiterfahrt behinderten, mussten einzelne Autofahrer zwischen Ettlingen und Malsch am Abend ihre Fahrzeuge stehen lassen.

Sturm verursacht Schäden

In Ettlingen verursachte ein heruntergerissenes Blechdach einen Schaden von rund 150 000 Euro. Nach Angaben der Polizei flog das rund 150 Quadratmeter große Dach am späten Dienstagabend auf ein benachbartes Autohaus und beschädigte neben dem Gebäude zahlreiche Fahrzeuge. Ebenfalls in Ettllingen wurde nach Blitzen und Starkregen eine Musicalvorstellung im Hof des Schlosses abgebrochen. In Teilen des Gebäudes fiel der Strom aus.

Die Polizeipräsidien in Ludwigsburg und Aalen berichteten von insgesamt drei Autos, die in Gullischächten festhingen, nachdem die Gullideckel durch das Wasser hochgedrückt worden waren. Verletzt wurde dabei laut Polizei aber niemand.

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Weitere Unwetter in Aussicht

Gebannt ist Unwettergefahr damit noch nicht. Bis zum Mittwochabend bleibe es noch wechselhaft, teilte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit. Den Prognosen zufolge kann es immer wieder zu Schauern und teils zu Starkregen und auch Hagel kommen. Dazu müsse auch mit schweren Sturmböen von bis zu 100 Stundenkilometern gerechnet werden, sagte der Meteorologe. „Das ganze wird sich in der Nacht rasch beruhigen.“ In der Nacht zum Donnerstag könnte es jedoch auch schon wieder ungemütlich werden. (dpa/lsw)