Nach dem besonders miesen vergangenen Jahr atmen die Spargelbauern im Südwesten trotz einer eher durchschnittlichen zuendegehenden Saison auf. «Es jubelt zwar niemand, aber jeder ist froh», sagte der Geschäftsführer der Bruchsaler Obst- und Gemüse-Absatzgenossenschaft Nordbaden (OGA), Hans Lehar, in Bruchsal. Zwar sei es zu früh, um genaue Zahlen zu Absatz und Erlös für die Bauern in Baden zu nennen. Auch rechnet die OGA mit einer Erntemenge rund zehn Prozent unter dem Vorjahreswert. «Da das Preisniveau aber angezogen hat, dürften die Zahlen am Ende aber besser ausfallen», sagt Lehar der dpa. Er rechnet mit durchschnittlichen Kilo-Erlösen über dem Vorjahr.

Pessimistischer ist da der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE/Bruchsal), der überregional die Interessen von 611 Mitgliedern vertritt: «Wir gehen von deutlich mehr als nur einem Zehntel Absatzrückgang aus», sagt Vorstandssprecher Simon Schumacher. Er rechnet mit einem Rückgang von 15 bis 20 Prozent.

Im vergangenen Jahr hatten das frühe Sommerwetter, anhaltend hohe Temperaturen und das riesige Angebot innerhalb eines kurzen Zeitraums die Spargelbauern im Südwesten an ihre Grenzen gebracht. Probleme bereiten den Spargelbauern nach wie vor der Mangel an Erntehelfern, der Mindestlohn und die zu erwartende kleiner werdende Anbaufläche. (dpa)