Auch Petra Rietzler aus Konstanz und Birgit Zauner aus Salem waren als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaften in den Bezirken Freiburg und Tübingen angereist. „Wir wollten Flagge zeigen“, so Zauner. „Für mich persönlich war es sehr wichtig, dass die politisch Handelnden einfach mal sehen, dass hier Menschen sind und keine Verfügungsmasse“, meint auch Rietzler, die die größte Gemeinschaftsschule im Land vertrat. „Eine gute Sache“, bilanzierte Zauner die Aktion, obwohl die CDU-Politiker durch den Seitenausgang der L-Bank entwichen und sie nur mit den Grünen-Bildungsfachleuten Sandra Boser und Sigfried Lehmann sprechen konnten.

Der Verein für Gemeinschaftsschulen hatte auf seinen „offenen Brief“ an die Verhandler ebenso keine Antwort erhalten. Er appellierte inbrünstig, „unsere noch junge Schule als unabdingbare, leistungsfähige und zukunftsweisende zweite Säule der baden-württembergischen Bildungslandschaft zu sichern“. Schützenhilfe kommt vom Handwerkstag: „Die Gemeinschaftsschule braucht Zeit, sich zu entwickeln und ihr Profil zu schärfen, diese Zeit muss ihr auch eine neue Landesregierung einräumen“, forderte Präsident Rainer Reichhold. Oberbürgermeister Bürgermeister und Träger-Kommunen meldeten sich ebenso, die GMS dürften „nicht erneut zum Spielball parteipolitischer Ideologien“ werden. Städte und Gemeinden hätten nach meist einstimmigen Gemeinderatsbeschlüssen erhebliche Investitionen ins „Erfolgsmodell Gemeinschaftsschule“ getätigt, schreibt der Schliengener Bürgermeister Werner Bundschuh – stellvertretend für inzwischen fast 90 Schultes wie Anton Knapp (Hüfingen), Martin Staab (Radolfzell) oder Manfred Härle (Salem), aber auch Vertretern größerer Städte wie Andreas Osner, Konstanz, oder Boris Palmer.